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Aktuelle „Informationen aus dem Versicherungsjournal“

Das Meinungsklima zur finanziellen Absicherung des eigenen Ruhestands erreicht einen neuen Tiefpunkt.

Stimmung zur Altersvorsorge auf rasanter Talfahrt


31.10.2022 (verpd) || Der Altersvorsorge-Index des Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung fällt zum vierten Mal in Folge. Mittlerweile halten fast vier von zehn Bürgern ihre eigene Altersvorsorge für unzureichend. Beim Blick in die Zukunft erwarten 61 Prozent, dass sich das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung verschlechtern wird.

Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der eigenen Finanzlage im Ruhestand verfestigt sich. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH (Diva). Die Diva ist eine Forschungseinrichtung der Fachhochschule der Wirtschaft Nordrhein-Westfalen gGmbH (FHDW). Die Träger der Diva sind Verbände der Finanzindustrie.

Die seit 2020 alle sechs Monate veröffentlichte Studie basiert nach Diva-Angaben auf repräsentative Befragungen. Aus diesen Umfrageergebnissen wird jeweils ein sogenannter Altersvorsorge-Index ermittelt, der angibt, wie die Befragten die aktuelle Lage und die künftigen Perspektiven hinsichtlich der persönlichen Altersvorsorge einschätzen.

Je höher der Indexwert, desto positiver sind die Befragten bezüglich der jeweiligen Aspekte der Altersvorsorge gestimmt und umgekehrt. Die letzte Umfrage wurde im September von der Insa-Consulere GmbH unter rund 2.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt.

Der Teilindex zur aktuellen Situation fällt besonders negativ aus

Seit Beginn der Erhebung ist der Messwert zum vierten Mal in Folge gefallen. Die Kennzahl startete im Herbst 2020 bei plus 3,4 Punkten und liegt mittlerweile bei minus 5,4 Punkten – ein neuer Tiefststand. Im Frühjahr dieses Jahres wurden minus 3,2 Punkte ermittelt.

Der Index gliedert sich in die zwei Teilindizes „Aktuelle Lage“ und „Künftige Erwartungen“. Während sich der Blick in die Zukunft nur leicht verschlechterte (von 0,6 auf 0,0), rutschte die Einschätzung der gegenwärtigen Situation in den Keller (von minus 7,0 auf minus 10,9).

„Das ist nicht verwunderlich“, wird Professor Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des Diva zitiert. „Die Zeitungen sind voll von Negativmeldungen mit düsterem Ausblick. Dieses Stimmungsbild fließt natürlich auch in die Bewertung der Altersvorsorge ein.“

Fast 39 Prozent halten die eigene Vorsorge für unzureichend

Derzeit fühlen sich nur noch 23,6 Prozent der Befragten im Rahmen der gesetzlichen, betrieblichen und/oder privaten Altersvorsorge gut abgesichert. Im Herbst 2021 waren es noch 27,3 Prozent.

Zumindest einigermaßen ausreichend für den Lebensabend finanziell vorbereitet zu sein, glauben 37,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres traf dies noch auf 38,9 Prozent der Umfrageteilnehmer zu. Für unzureichend abgesichert halten sich mittlerweile 38,7 Prozent. Letztes Jahr war der Wert mit 37,8 Prozent noch deutlich niedriger.

Mit Blick auf die letzten drei Jahre sehen 20,4 Prozent (2021: 23,0 Prozent) eine Verbesserung, 52,6 Prozent (2021: 58,2 Prozent) keine Veränderung und inzwischen 27,0 Prozent (2021: 18,8 Prozent) eine Verschlechterung der Absicherung.

Jeder sechste erwartet Abstriche bei der gesetzlichen Rentenversicherung

Bei den längerfristigen Erwartungen zeigt sich, dass das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) weiter abnimmt.

Rund 61,0 Prozent der Studienteilnehmer gehen von einer Verschlechterung des Versorgungsniveaus in den nächsten zehn bis 20 Jahren aus. Letztes Jahr waren es noch etwas weniger, nämlich 58,5 Prozent. 24,3 Prozent (2010: 25,3 Prozent) erwarten keinen Wandel in dieser Zeit und 14,7 Prozent (2021: 16,2 Prozent) eine Verbesserung.

Viele wollen aktiv werden. 41,3 Prozent möchten in den nächsten drei Jahren im Bereich der privaten und 31,5 Prozent im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge etwas unternehmen.

Extreme Diskrepanzen zwischen den Altersgruppen

Der Altersvorsorge-Index fällt bei Frauen (minus 10,5) überdies deutlich pessimistischer aus als bei Männern (minus 0,6) – „sicher nicht zu Unrecht“, wie die Studienautoren meinen. Denn unter anderem erhielten Frauen aufgrund unterschiedlicher Erwerbsbiografien im Schnitt etwa 30 Prozent weniger monatliche Rente als Männer.

Die größten Unterschiede zeigen sich bei den Altersgruppen. Die 18- bis 29-Jährigen sind mit einem Index von 15,2 erheblich optimistischer als die 50- bis 65-Jährigen, deren Kennzahl bei minus 18,8 lag. Die 30- bis 39-Jährigen (Index: 1,9) und die 40- bis 49-Jährigen (Index: minus 10,4) bewegen sich zwischen den Extremen.

Zusätzliche Altersvorsorge ist unerlässlich

Die Skepsis der Befragten bezüglich ihrer bisherigen Altersvorsorge belegt, wie wichtig es für den Einzelnen ist, sich so früh wie möglich finanziell abzusichern, um nicht im Alter in die Armutsfalle zu geraten. So ist zum Beispiel eine zusätzliche Altersvorsorge über eine betriebliche und/oder private Anlageform, für die es zum Teil auch staatliche Unterstützung in Form von Zulagen und Steuererleichterungen gibt, möglich.

Selbst wenn es Änderungen beim gesetzlichen Rentensystem geben sollte, wird sich an einer grundsätzlichen Problematik, nämlich, dass schon jetzt wie auch künftig die gesetzliche Altersrente allein nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten, nichts ändern.

Schon heute erhält man, selbst wenn man 45 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, nur rund die Hälfte des bisherigen Erwerbseinkommens als gesetzliche Rente ausbezahlt. Aktuell liegt das Rentenniveau bei rund 49 Prozent.

Für eine bedarfsgerechte Absicherung empfiehlt sich eine Beratung bei einem Versicherungsexperten. Dieser kann unter anderem berechnen, welches Alterseinkommen, also die gesetzliche Rente und sonstige Einkommen, im Alter zur Verfügung steht. Bestehen Lücken im Vergleich zum benötigten oder gewünschten Einkommen, hilft der Fachmann auch bei der Auswahl der individuell passenden Vorsorgeformen.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Die Pandemie hat in den vergangenen zwei Jahren die Absicherung der Pflegebedürftigkeit aus dem Bewusstsein der Verbraucher verdrängt, wie eine Umfrage belegt. Dabei steigen die Pflegekosten erheblich.

Das unterschätzte Risiko: Was Pflege kosten kann


24.10.2022 (verpd) || Weit weniger als jeder zweite Bürger in Deutschland hat schon einmal darüber nachgedacht, welche Folgen die eigene Pflegebedürftigkeit mit sich bringen würde. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung. Dabei ist das Kostenrisiko im Pflegefall ohne eine zusätzliche Absicherung enorm, wie die Fakten belegen.

Das Thema „Absicherung des Pflegefalls“ fand in den vergangenen zwei Jahren wohl aufgrund der Coronakrise in der öffentlichen Diskussion nur am Rande statt. Ein Drittel der Verbraucher will sich auch in naher Zukunft nicht mit der Problematik auseinandersetzen.

Allerdings gibt es geschlechterspezifische Unterschiede: Während sich fast jede zweite Frau (49 Prozent) schon einmal mit der eigenen Pflegebedürftigkeit beschäftigt hat, ist es unter Männern nur etwa jeder Dritte (37 Prozent).

Zu diesem Ergebnis kommt die Pflegestudie eines Versicherers. Für die Umfrage hat das Meinungs-Forschungsinstitut Yougov GmbH im Auftrag des Studienherausgebers im Juni 2022 2.047 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Hoher Eigenanteil an den Pflegekosten

2021 bekamen hierzulande rund 4,88 Millionen Pflegebedürftige Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dies geht aus veröffentlichten Zahlen zur Pflegeversicherung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Kosten für die Versorgung werden jedoch häufig unterschätzt. Der Verband der Ersatzkassen e.V. (VDEK) bezifferte den durchschnittlichen Eigenanteil, den Pflegebedürftige für eine stationäre Heimbetreuung Anfang des Jahres noch aufbringen mussten, auf rund 2.133 Euro monatlich. Dieser Betrag muss zusätzlich zu den Leistungen der gesetzlichen Pflege-Pflichtversicherung aufgebracht werden.

Im Juli 2022 zahlten Pflegebedürftige für das erste Jahr im Pflegeheim im Schnitt 2.245 Euro pro Monat selbst dazu, wie eine vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) veröffentlichte Marktanalyse zeigt. Mittlerweile haben zahlreiche Pflegeheime die Kosten für die stationäre Pflege und damit auch den Eigenanteil der Pflegebedürftigen unter anderem aufgrund der gestiegenen Energie- und Personalkosten wieder deutlich angehoben.

Kostenschutz für sich und die Angehörigen

Von allen Befragten gaben nur sechs Prozent an, im Ernstfall gerne in einem Pflegeheim versorgt zu werden. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) wünscht eine Pflege zu Hause.

Am gefragtesten ist die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst (27 Prozent) oder direkte Angehörige (21 Prozent). Männer (23 Prozent) möchten noch häufiger als Frauen (19 Prozent) von der eigenen Partnerin oder Verwandten in den eigenen vier Wänden versorgt werden. Doch auch bei der ambulanten Pflege bietet die gesetzliche Pflegeversicherung bei Weitem keinen Rund-um-Kostenschutz.

Reicht das Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen zusammen mit den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht, um die anfallenden Kosten zu decken, müssen unter Umständen auch die Angehörigen einen Teil übernehmen. Zwar ist laut dem Angehörigen-Entlastungsgesetz seit 2020 ein Kind oder ein Elternteil mit einem Bruttojahreseinkommen von bis zu 100.000 Euro nicht zur Übernahme der Pflegekosten verpflichtet.

Allerdings gilt das nicht für den Ehepartner des Pflegebedürftigen. Dieser muss eventuell auch bei einem kleineren Einkommen, und/oder wenn ein Vermögen vorhanden ist, die restlichen Pflegekosten zumindest teilweise begleichen. Vorsorgen, um nicht zur finanziellen Belastung für die Angehörigen und/oder zum Sozialhilfefall zu werden, kann man jedoch mit einer privaten Pflegezusatz-Versicherung.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Eine Datenanalyse zeigt, welche Ursachen besonders oft zu einer Berufsunfähigkeit führen. Zwischen Männern und Frauen gibt es dabei erhebliche Unterschiede.

Diese Erkrankungen machen am häufigsten berufsunfähig


7.11.2022 (verpd) || Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache, warum Beschäftigte dauerhaft ihren bisherigen Beruf auf unbestimmte Zeit nicht mehr ausüben können. Bei Frauen geht die Berufsunfähigkeit deutlich häufiger auf die Psyche und Krebserkrankungen zurück. Bei den Männern sind es hingegen Unfälle und Erkrankungen des Kreislaufsystems, aber auch Krankheiten des Muskel-Skelettsystems und des Bindegewebes. Dies belegt eine Auswertung der Gründe, warum bestehende private Berufsunfähigkeits-Versicherungen am häufigsten die vereinbarten Versicherungsleistungen erbracht haben.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB), ein Analyseunternehmen, untersucht regelmäßig zahlreiche Fälle, bei denen Versicherte von ihrer bestehenden privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung die vereinbarten Leistungen aufgrund einer eingetretenen Berufsunfähigkeit erhalten haben. Die neuste Auswertung wurde vor Kurzem veröffentlicht.

An der Studie teilgenommen haben mehrere Versicherer, bei denen insgesamt rund 7,76 Millionen Personen über Berufsunfähigkeits-Policen abgesichert sind. In rund 160.750 Fällen erbringen die Versicherer aufgrund einer bestehenden Berufsunfähigkeit die vereinbarten Leistungen. Die Zahl der im Berichtsjahr 2021 neu gemeldeten Versicherungsfälle wird mit rund 35.800 angegeben.

Die häufigsten Ursachen

Eine Berufsunfähigkeit wird laut der Datenanalyse am häufigsten durch psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen ausgelöst. Der entsprechende Anteil an den Versicherungsfällen beträgt über ein Viertel. An zweiter Stelle liegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit einem knappen Viertel.

Position drei belegen bösartige Neubildungen beziehungsweise Krebserkrankungen, die für fast jede fünfte Anerkennung des Leistungsfalls stehen. Dahinter folgen Krankheiten des Kreislauf- beziehungsweise des Nervensystems mit sieben beziehungsweise sechs Prozent. Unfälle stecken hinter jedem 20. Berufsunfähigkeitsfall. Sonstige Ursachen machen das verbleibende Achtel aus.

Deutlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Teilweise noch gravierender sind die Unterschiede bei den Ursachen einer Berufsunfähigkeit. So geht bei den Frauen klar mehr als ein Drittel der anerkannten Leistungsfälle auf Erkrankungen der Psyche zurück. Bei den Herren liegt der Anteil bei etwas mehr als einem Viertel. Was die bösartigen Neubildungen betrifft, so machen diese bei den Damen annähernd ein Viertel aus, bei den Männern aber nicht einmal ein Sechstel.

Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems und des Bindegewebes sind hingegen deutlich häufiger bei den Herren der Berufsunfähigkeits-Auslöser – ein knappes Viertel bei den Männern im Vergleich zu etwa einem Sechstel bei den Frauen.

Unfälle sowie Erkrankungen des Kreislaufsystems führen bei den Männern sogar mehr als doppelt so häufig zu einer anerkannten Berufsunfähigkeit. Nach Einschätzung der Analysten könnte Letzteres daran liegen, dass körperliche Tätigkeiten unter den Herren weiterverbreitet seien und diese eine höhere Risikobereitschaft aufwiesen.

Warum eine private Absicherung notwendig ist

Seit 2001 gibt es im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr für Personen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind. Das heißt konkret: Betroffene Arbeitnehmer, die zwar grundsätzlich erwerbsfähig sind, aber aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, haben keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente.

Nur wer komplett erwerbsunfähig ist oder maximal bis zu sechs Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann, hat einen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente der GRV. Dies gilt jedoch nur, sofern die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, was häufig bei Berufsanfängern und Selbstständigen sowie bei Studenten, Kindern sowie Nichterwerbstätigen nicht der Fall ist.

Doch selbst wenn ein Anspruch auf eine solche Rente besteht, liegt deren Höhe deutlich unter dem bisherigen Einkommen. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt wiederum nur eine Unfallrente, wenn bei einer gesetzlich unfallversicherten Person mindestens eine 20-prozentige Minderung der Erwerbsfähigkeit aufgrund eines Wege- oder Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit vorliegt.

Bei Freizeitunfällen oder Krankheiten, die keine Berufskrankheiten sind, leistet die gesetzliche Unfallversicherung jedoch nicht. Diese fehlende oder unzureichende gesetzliche Absicherungslücke bei einer Berufsunfähigkeit lässt sich jedoch mit einer privaten Erwerbs- oder auch Berufsunfähigkeits-Versicherung schließen.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Letztes Jahr hat sich die Entschädigungsleistung, die die Gebäudeversicherer für versicherte Schäden an Wohnhäuser erstattet haben, im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Grund dafür war insbesondere ein versicherbares Risiko.

Rekordwert bei den Gebäudeschäden


7.10.2022 (verpd) || Anders als in den Vorjahren, wurden 2021 durch Elementarrisiken wie Überschwemmung und Starkregen insgesamt die höchsten versicherten Schäden an Wohngebäuden verursacht. Die Schadenanzahl hat sich sogar verfünffacht. Dies verdeutlichen aktuelle Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Die meisten Wohnhauseigentümer in Deutschland haben ihre Immobilie versichert. In einer Wohngebäudeversicherung sind üblicherweise Gebäudeschäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm ab Windstärke acht, Hagel sowie bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser abgesichert.

Schäden durch Elementarrisiken wie Überschwemmung, Starkregen, Schneelast, Lawinen, Erdsenkung, Erdrutsch oder auch Erdbeben können in den meisten Wohngebäude-Policen gegen Aufpreis miteingeschlossen werden. Derzeit ist jedoch nur rund die Hälfte der Häuser gegen diese Gefahren versichert. Die aktuelle Schadensstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) belegt allerdings, wie wichtig eine solche Absicherung ist.

Deutlich höhere Schäden …
Insgesamt haben die Wohngebäudeversicherer nach Angaben des GDV letztes Jahr rund 10,5 Milliarden Euro Versicherungsleistungen für rund 2,06 Millionen Schäden an Häusern erbracht. Dies ist die bisher höchste Gesamtschadenleistung.

Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch knapp 5,34 Milliarden Euro für rund 2,15 Millionen Gebäudeschäden. Das heißt, die Entschädigungen haben sich 2021 gegenüber 2020 fast verdoppelt, obwohl die Anzahl der Fälle um über vier Prozent niedriger war.

Deutlich höhere Schäden …

Insgesamt haben die Wohngebäudeversicherer nach Angaben des GDV letztes Jahr rund 10,5 Milliarden Euro Versicherungsleistungen für rund 2,06 Millionen Schäden an Häusern erbracht. Dies ist die bisher höchste Gesamtschadenleistung.

Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch knapp 5,34 Milliarden Euro für rund 2,15 Millionen Gebäudeschäden. Das heißt, die Entschädigungen haben sich 2021 gegenüber 2020 fast verdoppelt, obwohl die Anzahl der Fälle um über vier Prozent niedriger war.

… durch die Flutkatastrophe

Grund dafür war in erster Linie die Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal, aber auch in anderen Regionen Deutschlands. Allein 210.000 versicherte Gebäudeschäden wurden letztes Jahr durch Elementarrisiken wie Starkregen und Überschwemmungen verursacht. Das sind mehr als fünfmal so viele wie im Vorjahr.

Die Versicherer zahlten insgesamt 4,33 Milliarden Euro an die geschädigten Hausbesitzer – eine 25-fach höhere Versicherungsleistung für Elementarereignisse als noch in 2020. Die durchschnittliche Höhe pro Schadenfall betrug 2021 rund 20.330 Euro und war damit rund fünfmal höher als 2020.

Während in früheren Jahren die Versicherer insgesamt am meisten für Leitungswasserschäden aufbringen mussten, belegen Elementarschäden diesen Spitzenplatz im Jahr 2021.

Über eine Million Leitungswasserschäden

Die am häufigsten auftretende Schadenursache ist seit Jahren ein ungewollt austretendes Leitungswasser beispielsweise durch einen Rohrbruch. Dies hat sich auch in 2021 nicht geändert. Die Wohngebäudeversicherer zahlten für rund 1,17 Millionen derartige Fälle etwa 3,81 Milliarden Euro. Der Schadendurchschnitt betrug 3.210 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Leitungswasserschäden um über vier Prozent und die Höhe der dafür erbrachten Versicherungsleistungen sogar um knapp 27 Prozent gestiegen.

Sturm und Hagel: Weniger Schäden – gestiegene Schadenhöhe

Die Anzahl der Sturm- und Hagelschäden ist letztes Jahr gegenüber 2020 insgesamt um mehr als ein Drittel (minus 37 Prozent) auf 520.000 Versicherungsfälle gesunken. Schadendurchschnitt und Gesamtaufwand der Versicherer nahmen deutlich zu.

Pro Sturm- und Hagelschaden leisteten die Versicherer im Schnitt circa 2.150 Euro, und damit fast doppelt so viel (plus 93 Prozent) wie im Vorjahr. Insgesamt lag der Aufwand der Gebäudeversicherer bei 1,13 Milliarden Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von knapp 23 Prozent.

Die teuersten Einzelschäden werden durch Feuer verursacht

Fast unverändert gegenüber dem Vorjahr waren 2021 die Anzahl und Höhe der Brandschäden an Wohngebäuden. Insgesamt wurden den Versicherern rund 160.000 Feuerschäden gemeldet.

Die durchschnittlichen Kosten je gemeldeten Versicherungsfall betrugen knapp 7.690 Euro und damit knapp 30 Euro mehr als im Jahr zuvor. Die im Schnitt höchsten Schäden pro Versicherungsfall werden seit Jahren durch Feuer verursacht.

Der versicherte Gesamtaufwand durch Feuer belief sich auf 1,23 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau.

Einige Risiken können ein Haus komplett zerstören

Da insbesondere Feuer-, Elementar-, aber auch Sturmschäden im schlimmsten Fall zur totalen Zerstörung eines Hauses führen können, ist es wichtig, mithilfe einer Gebäudeversicherung ausreichend abgesichert zu sein. Besonderes Augenmerk ist hier auf die versicherten Risiken sowie auf die richtige Versicherungssumme zu legen, damit alle Wiederbeschaffungs- oder Reparaturkosten der beschädigten Sachen erstattet werden..

Bei der Ermittlung der Versicherungssumme hilft ein Versicherungsexperte. Übrigens: Bei neu errichteten An- oder Umbauten sollte die Versicherungssumme angepasst werden.

Bei den meisten Policen kann ein sogenannter gleitender Neuwert vereinbart werden. Damit wird sichergestellt, dass die Versicherungssummen auch den steigenden Bau- und Materialpreisen angepasst werden.

Im Schadenfall werden, wenn in der Police vereinbart, nicht nur die Wiederbeschaffungs- oder Reparaturkosten der beschädigten Sachen erstattet, sondern auch die notwendigen Lösch-, Abbruch-, Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten bis zur festgelegten Höhe. In einigen Versicherungsverträgen kann zudem die Übernahme von Hotelkosten für die Zeit, in der ein Haus aufgrund eines versicherten Schadens unbewohnbar ist, mitversichert werden.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892