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Marktkommentare und Leitfäden – Aktuelle Beiträge für Ihre Finanzstrategie

Ob aktuelle Börsentrends, Anlagestrategien oder Fragen zur privaten Vorsorge – unsere Marktkommentare, Leitfäden und die Serie „Plötzlich reich“ bieten Ihnen wertvolle Orientierung für Ihre Finanzentscheidungen. Kompakt zusammengefasst, fachlich fundiert und jederzeit für Sie zum Nachlesen verfügbar.

Aktuelle Marktkommentare

Unsere Marktkommentare liefern fundierte Einschätzungen zu wirtschaftlichen Trends, Finanzmärkten und politischen Rahmenbedingungen – kompakt, verständlich und auf den Punkt.


20. Januar 2026

Mischfonds: Sicherheit, Flexibilität und Rendite

Nach 2025 könnte auch das Jahr 2026 ganz im Zeichen von geopolitischen Konflikten, einer schwierigen Wirtschaftslage, hohen Staatsschulden und den Zinsentscheidungen der Notenbanken stehen. Weil es im Fahrwasser dieser Entwicklungen zu kräftigen Kursschwankungen oder auch Korrekturen in allen wesentlichen Assetklassen kommen kann, bieten sich Investments in Mischfonds an. Warum sie sich schon im vorigen Jahr bewährt haben und wie sie in schwankungsanfälligen Märkten agieren.

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Mischfonds: Sicherheit, Flexibilität und Rendite

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 20. Januar 2026 – Schon im vergangenen Jahr zeigten sich die Börsen trotz vieler Schockmomente erstaunlich robust, eilten doch etliche Aktienmärkte von Rekord zu Rekord. Die kurze und kräftige Marktkorrektur nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump am 2. April 2025 hat Anlegern jedoch gezeigt: schnelle und unerwartete Richtungsänderungen am Aktienmarkt sind jederzeit möglich. Die öffentliche Kritik von Trump an US-Notenbankchef Jerome Powell wegen zu geringer Zinssenkungen hatte einen vergleichbaren Effekt auf dem Anleihenmarkt und den Dollar-Wechselkurs. Auch wenn sich die Märkte in der Folge schnell wieder beruhigten, sind diese beiden Vorfälle gute Beispiele dafür, dass die Stimmung jederzeit kippen kann – und Anleger sich entsprechend positionieren sollten.

Die Mischung macht´s
Derzeit sieht es nicht danach aus, als gäbe es 2026 weniger Gründe zur Nervosität. Der Angriff der USA auf Venezuela und die Verhaftung von Staatschef Nicolas Maduro haben schon zum Jahresbeginn mit aller Deutlichkeit gezeigt: Auch 2026 müssen Anleger wohl mit allem rechnen. Politische Ereignisse werden womöglich auch weiterhin die Börse bewegen.

Dennoch sollten Anleger die Entwicklungen an den Kapitalmärkten nicht nur von der Seitenlinie beobachten. Vielmehr sollten sich Investoren darum bemühen, systematisch Risiken zu minimieren und mehr Sicherheit ins Depot zu bringen. Am ehesten gelingt das, indem das Vermögen breit über verschiedene Anlageklassen, Branchen, Regionen und Währungen gestreut wird. Durch diese Diversifikation können Verluste in dem einen Bereich durch Gewinne in einem anderen kompensiert werden, zugleich stabilisiert sich die Gesamtrendite.

Besonders gut gelingt die Diversifikation mit einem Mischfonds. Diese Fonds legen ihren Fokus auf einen Anlagemix, der Krisen wie einen Aktien- oder Anleihen-Crash möglichst gut übersteht und dennoch attraktive, vor allem aber stabile Renditen bei geringeren Schwankungen bietet. Mischfonds sind daher in unsicheren Zeiten unter Investoren besonders beliebt. Je nach Risikoneigung und Renditeanspruch können Anleger in der Regel zwischen defensiven, ausgewogenen und offensiven Varianten der Multi-Asset-Fonds wählen, die sich vor allem in ihren Höchstquoten für Aktien unterscheiden.

Stark in der Defensive und Offensive
Schon im vergangenen Jahr konnten Mischfonds ihre Stärken ausspielen. Ausgewogene, weltweit investierende Mischfonds erzielten 2025 eine durchschnittliche Rendite von rund sechs bis zwölf Prozent. Zwar erreichten reine Aktienfonds noch höhere Renditen, dafür waren die Kurse der Mischfonds aber weniger schwankungsanfällig, weil etwa ihr Anteil an Anleihen den erwähnten Zoll-Crash vom April deutlich abmilderte.

Ein Beispiel: Während der stärkste Kursrückgang (Maximum Drawdown) im S&P 500-Index nach Trumps „Liberation Day“ mit hohen Zollankündigungen erst bei etwa minus 15 Prozent stoppte, verloren Mischfonds im Durchschnitt nur fünf Prozent. Die vergleichsweise geringen Verluste machten es Anlegern deutlich einfacher, investiert zu bleiben – und ruhiger zu schlafen. Während viele andere Investoren den Aktienmarkt in Panik verließen und die anschließende Rally verpassten, profitierten Mischfondsanleger von ihren Anleiheinvestments, deren Kurse dank der Zinssenkungen der Zentralbanken zulegten. So konnten Mischfonds Verluste am Aktienmarkt kompensieren und an der folgenden Rally partizipieren.

Aktiv gemanagte Mischfonds punkten vor allem mit ihrer Flexibilität
Der große Vorteil der Mischfonds – insbesondere bei aktiver Steuerung – liegt in ihrer Flexibilität. Je nach Marktumfeld können diese Multi-Asset-Fonds Aktien höher gewichten oder Anleihen den Vorzug geben. Auch Geldmarktpapiere, Rohstoffe wie Gold, Öl oder Metalle, sowie Immobilien oder Derivate zur Absicherung können Bestandteil sein und dem Fonds zusätzliche Stabilität und Renditechancen verleihen. So reagierten viele aktiv gemanagte Mischfonds auf die starke Marktdominanz weniger Technologie- und KI-Werte am US-Aktienmarkt, indem sie frühzeitig in europäische Qualitätsaktien und Anleihen umschichteten. Nach dem Kursrückgang im April konnten sie zudem die Gelegenheit nutzen, zuvor stark gestiegene Technologie- und US-Titel wieder zu günstigeren Bewertungen ins Portfolio aufzunehmen. Dadurch war die Schwankungsbreite (Volatilität) von Mischfonds im Jahresverlauf deutlich geringer als bei reinen Aktieninvestments.

Fakt ist: Wie jedes Jahr hält auch 2026 für Anleger noch viele Fragezeichen bereit. Nach wie vor besteht das Risiko, dass Kurskorrekturen einzelner Technologie- oder Wachstumswerte den gesamten Aktienmarkt unter Druck setzen könnten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige gute Gründe, die auf ein positives Börsenjahr hindeuten: Viele Unternehmen verbreiten Hoffnung auf steigende Umsätze und Gewinne und es gibt zarte Anzeichen eines Aufschwungs. Zudem ist die Inflation weiter zurückgegangen – und dies, obwohl die Notenbanken im vergangenen Jahr die Zinsen gesenkt haben. 2026 dürften die Zinssenkungen ihre volle Wirkung entfalten und zu höheren Investitionen führen. Hinzu kommt, dass sich einige große, lang ersehnte Börsengänge angekündigt haben. Das macht zuversichtlich für ein gutes Börsenjahr.

Doch in die Zukunft kann niemand schauen, die Stimmung an den Kapitalmärkten kann jederzeit kippen. Und: Sollte es so weit kommen, dürften Mischfonds-Investoren zu den entspanntesten Anlegern zählen. Die flexible Allokation und die im Vergleich zu reinen Aktienfonds geringere Volatilität machen Mischfonds gerade in unsicheren Zeiten zum idealen Anlageinstrument für Anleger, die nicht jeden Tag mit Sorge auf ihr Depot blicken wollen.

17. Dezember 2025

Börsenausblick 2026: Herausfordernd, aber auch chancenreich

Für viele Anleger dürfte das Jahr 2025 überwiegend positiv in Erinnerung bleiben, wenngleich die Börse mit der einen oder anderen Herausforderung konfrontiert war. Auch 2026 könnte ein gutes Börsenjahr werden, die Aussichten und die Stimmung unter Investoren machen durchaus Mut. Doch es gibt neue Risiken. Wie sich Anleger strategisch positionieren und welche wesentlichen Risikofaktoren sie genauer im Blick behalten sollten.

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Börsenausblick 2026: Herausfordernd, aber auch chancenreich

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 17. Dezember 2025 – Ein bewegtes und unter dem Strich erfolgreiches Jahr für Anleger neigt sich dem Ende zu. Mit Blick auf die großen Indizes haben sich die Märkte gut entwickelt: Der DAX liegt zwei Wochen vor Jahresende rund 20 Prozent im Plus, der MSCI World und Nasdaq 100 schafften auf Euro-Basis etwa einen Zuwachs von acht Prozent. Allerdings war das Jahr auch von Gegensätzen und Unsicherheiten geprägt. Zwar dominierten global betrachtet KI- und Technologiewerte das Geschehen, doch hierzulande stützten vor allem der Bankensektor und die Rüstungsbranche die Kursentwicklung, während die klassische Industrie teils schwächelte. Zudem wurde das Börsenjahr immer wieder von der aggressiven Zoll-, Zins- und Handelspolitik der US-Regierung sowie der kriegerischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten überschattet.

Angesichts dieser herausfordernden Gemengelage ist es umso erfreulicher, dass die Aktienmärkte sich überwiegend robust präsentierten. Dass auch das als Inflationsschutz und Krisenversicherung geschätzte Gold mit einem Plus um rund 60 Prozent eine historische Performance gezeigt hat, zeugt davon, dass den Marktteilnehmern die Risiken durchaus bewusst sind. Offenbar sahen Investoren summa summarum aber mehr Chancen als Risiken.

Gute Vorzeichen für das Börsenjahr 2026
Auch für 2026 ist die Wahrscheinlichkeit auf ein gutes Börsenjahr so gering nicht. Zwar dürfte das kommende Jahr ebenfalls Irritationen mit sich bringen und höhere Schwankungen an den Börsen begünstigen, allerdings könnten sich diese künftig in andere Bereiche verlagern und von Investoren anders bewertet werden. Zu einer Neubewertung könnte es etwa im Hinblick auf den Ukraine-Krieg oder den Handelskonflikt zwischen China und den USA kommen. Und beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) könnte die Euphorie um Chiphersteller und Erbauer von Rechenzentren zugunsten von Unternehmen nachlassen, die KI erfolgreich für Produktivitätsgewinne und Kostensenkungen einsetzen. Anleger sollten also zumindest nicht ausschließen, dass die Top-Performer von 2025 eine Bewertungskorrektur erfahren und dafür andere Branchen und Regionen in den Fokus geraten könnten.

Einige Entwicklungen für das kommende Jahr zeichnen sich bereits ab und offenbaren Chancen weit über die Wall Street hinaus. Natürlich verleiht die Zinsfantasie den US-Börsen weiterhin Flügel: Allein der anstehende Führungswechsel bei der Fed nährt die Hoffnung auf zwei weitere Senkungen im Jahr 2026 – zumal erwartet wird, dass ein Kandidat aus Trumps Lager das Ruder übernimmt. Dies passt ins politische Kalkül: Im Vorfeld der wichtigen Midterms im November dürfte die US-Regierung nichts unversucht lassen, um über steigende Kurse und eine starke Wirtschaft die Wähler bei Laune zu halten. Doch auch in Europa könnten sich neue Dynamiken entfalten: So hofft Deutschland darauf, dass sein Konjunkturpaket langsam erste Früchte trägt, während die Länder Südeuropas dank der Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds ihre wirtschaftliche Stärke weiter festigen dürften.

Geldpolitisch könnte zudem die EZB für Bewegung sorgen: Ein weiterer Zinsschritt nach unten würde die Märkte zwar überraschen, erscheint uns zur Stützung der europäischen Konjunktur jedoch keineswegs ausgeschlossen. Besonders spannend bleiben indes die Emerging Markets: Sie locken nicht nur mit dynamischen Entwicklungen im KI-Sektor, sondern beweisen derzeit auch fundamentale Stärke. Zudem spielt ihnen der aktuell schwache US-Dollar als zusätzlicher Rückenwind in die Karten.

Genügend Gründe für Optimismus
Im Jahr 2026 findet auch der globale Rentenmarkt weiterhin Unterstützung durch eine robuste Weltwirtschaft. Strukturell prägend bleibt jedoch die Entwicklung der Zinsstrukturkurven: Nachdem diese im Jahr 2025 deutlich an Steilheit gewonnen haben, dürfte sich dieser Trend, wenngleich in moderaterem Tempo auch 2026 fortsetzen. Maßgeblicher Treiber ist die hohe Staatsverschuldung in den USA sowie zunehmend in Europa, die ein dauerhaft hohes Angebot an Anleihen am Markt erfordert.

Vor diesem Hintergrund und angesichts historisch niedriger Risikoaufschläge (Spreads) dürfte die Zeit der großen kursgetriebenen Gewinne vorüber sein. Stattdessen dürften sich Investoren verstärkt auf die laufenden Zinserträge (Carry) fokussieren, gewinnen diese stabilen und regelmäßigen Erträge doch gerade in Zeiten ausbleibender Kursgewinne an Attraktivität.

Bestimmend bleiben dabei zwei große Investitionstreiber: Einerseits sorgen Geopolitik und Versorgungssicherheit weltweit für hohe staatliche Ausgaben. Andererseits löst die technologische Transformation insbesondere durch KI einen massiven privatwirtschaftlichen Kapitalbedarf für Infrastrukturmaßnahmen aus. Diese Kombination sorgt für eine anhaltend hohe Finanzierungsnachfrage an den Kapitalmärkten und bietet Anleiheinvestoren attraktive Möglichkeiten.

In der Gesamtschau gibt es für Anleger auf beiden Seiten des Atlantiks genügend Gründe zum Optimismus, da viele Unternehmen bereits gezeigt haben, dass sie auch in einem komplexen Umfeld ihre Profitabilität steigern können. Doch Vorsicht: Anleger sollten damit rechnen, dass angesichts der anhaltenden Unsicherheiten die Volatilität am Aktienmarkt hoch bleibt.

Zudem sollte die Entwicklung des Dollars genau verfolgt werden. 2025 hatte der schwache Dollar deutschen Anlegern, die in US-Werte investiert waren, noch zu schaffen gemacht. Der US-Dollar könnte aufgrund der von US-Präsident Donald Trump vehement geforderten Zinssenkungen durch die Fed – und der Ablösung des bisherigen Notenbank-Präsidenten Jerome Powell durch einen Nachfolger aus dem Trump-Lager im Mai 2026 – weiterhin unter Druck stehen und die Inflation in den USA beflügeln. Die enorm gestiegenen Staatsschulden unter Trump belasten den Außenwert des US-Dollar zusätzlich.

Gold bleibt gefragt, Diversifikation bleibt Trumpf
Angesichts der geschilderten Risiken könnten auch 2026 viele Investoren weiterhin Gold als sicheren Hafen ansteuern. Dank der ungebrochen hohen Nachfrage der Schwellenländer-Notenbanken und anhaltender Unsicherheit unter Anlegern stehen die Chancen für Wertzuwächse beim Gold für 2026 gut. Nach den vielen Goldpreisrekorden der beiden vergangenen Jahre ist noch immer Aufwärtspotenzial vorhanden, auch wenn die Preisanstiege moderater ausfallen und die Schwankungsbreite nochmal zunehmen dürften.

Grundsätzlich gilt für 2026: Eine breite Diversifikation der Börseninvestments bleibt unverändert zentral für eine auf lange Sicht erfolgversprechende Anlagestrategie. Dabei sollte nicht nur über alle wesentlichen Anlageklassen wie Aktien, Renten, Immobilien und Rohstoffe breit gestreut werden, sondern auch innerhalb der Anlageklassen.

17. November 2025

KI-Chancen jenseits der Chiphersteller

Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) hält seit nunmehr zwei Jahren die Märkte in Atem – und hat Aktien von Halbleiterherstellern und KI-Entwicklern in teils schwindelerregende Höhen katapultiert. Doch nun rückt eine potenziell noch attraktivere Phase des KI-Investitionsbooms in den Mittelpunkt: die erfolgreiche Monetarisierung von KI-Technologien in traditionellen Wirtschaftszweigen. Unternehmen, die KI-Modelle gewinnbringend in ihre Kernprozesse integrieren, sind der Schlüssel zur tatsächlichen Value-Creation – und bieten auf lange Sicht auch für Anleger Chancen.

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KI-Chancen jenseits der Chiphersteller

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 17. November 2025 – Der massive Ausbau der KI-Infrastruktur – also von Rechenzentren, Stromversorgung, Kühlung und spezialisierten Maschinen – sorgt für volle Auftragsbücher bei zahlreichen Ausrüstern und Zulieferern. Allein in Deutschland werden bis 2030 erhebliche Zuwächse bei den Rechenzentrumskapazitäten erwartet, angetrieben durch den KI-Bedarf. Unternehmen, die die physische Basis der KI-Revolution liefern, bieten eine indirekte und oft substanziellere Investmentchance als etwa vergleichsweise spekulative Software-Start-ups.

Die KI-Revolution in traditionellen Branchen
Ein nicht zu unterschätzendes Aufholpotenzial könnte nun jedoch in der tiefgreifenden Integration von KI in Branchen bestehen, die bisher weniger im Rampenlicht standen. Denn, Fakt ist: Die Anwendungsfelder nehmen mit Fortschreiten der Technologie sukzessive zu und versprechen teils erhebliche Kostenersparnisse, Produktivitätssteigerungen und Qualitätsverbesserungen – beispielsweise in folgenden Brachen.

Gesundheitswesen & Biotechnologie: KI-gestützte Tools revolutionieren die Diagnostik – zum Beispiel durch Auswertung komplexer Bild- und Genomdaten für die Früherkennung. Zudem beschleunigt KI die Medikamentenentwicklung durch digitale Simulationen. Ein Grund: aufwändige Laborversuche können durch KI im Rahmen der Wirkstoffsuche deutlich verkürzt werden.

Fertigung & Industrie: Hersteller dieser Branchen automatisieren dank der KI Bestellvorgänge, optimieren die Maschinenüberwachung und -wartung und steigern die Effizienz in der Verpackung und Montage. Zudem analysieren KI-Systeme kontinuierlich Sensordaten rund um die Vibration, Temperatur und den Stromverbrauch von Maschinen, um vorausschauend Verschleiß zu erkennen und ungeplante Stillstände zu verhindern. Darüber hinaus können KI-gestützte Kamerasysteme auch die Qualitätskontrolle schneller und zuverlässiger erledigen als menschliche Prüfer.

Logistik & Supply Chain: Der Einsatz von KI-gestützten Robotern und autonomen Systemen in der Lagerhaltung und im Transport gestaltet die Arbeitsabläufe in der Logistik deutlich effizienter, beispielweise durch optimale Nutzung der Lagerkapazitäten oder die automatisierte Warendisposition. Schließlich können KI-Systeme die Nachfrage präziser prognostizieren und Waren automatisch nachbestellen. Und auch die Bearbeitung und Dokumentation von Frachtpapieren, die Echtzeit-Optimierung von Lieferrouten oder eine Inventur kann die KI bereits übernehmen. Die KI trägt also schon jetzt dazu bei, dass Lieferketten widerstandsfähiger und flexibler werden.

Landwirtschaft/Agrarwirtschaft: Auch traditionelle Sektoren wie etwa die Landwirtschaft sind zunehmend daten- und KI-getrieben, etwa durch autonome Landmaschinen und präzise Ernteprognosen. Traktorkameras oder Drohnen können hingegen dank der KI etwa Pflanzenkrankheiten früh erkennen und sogenannte Feld-Bots – eine Art Feldroboter – sehr gezielt Unkraut mit minimalem Herbizideinsatz bekämpfen. Auch Düngung, Bewässerung, Nutztierfütterung und Gesundheitsüberwachung der Tiere kann mit der KI viel gezielter, schneller und auf mittlere und lange Sicht kostengünstiger erfolgen.

Europa bietet Potenzial
Auch aufgrund dieser Entwicklungen und Potenziale gewinnt die Diversifikation des Portfolios abseits der oft hoch bewerteten US-Tech-Giganten an Bedeutung. Viele Aktien in den oben genannten Sektoren – insbesondere im europäischen Mittelstand, der sich auf die Automatisierung, Fertigung und Sensorik spezialisiert hat – sind im Verhältnis günstiger bewertet und weisen ein attraktives Aufholpotenzial auf. Europäische Investitions- und Förderprogramme wie etwa die EU-Initiative zu KI-Fabriken könnten den notwendigen Infrastruktur- und Implementierungsausbau zusätzlich vorantreiben und fördern so deutliche Produktivitätszuwächse und Kosteneinsparungen.

Auch wenn Chiphersteller und Ausrüster weiterhin gefragt bleiben, könnte sich für interessierte Anleger jetzt ein Blick auf die breiten wirtschaftlichen KI-Anwendungen lohnen. Interessant erscheint dies auch deshalb, da zahlreiche Aktien aus KI-Zukunftsbereichen wie Gesundheitswesen, Fertigung, Landwirtschaft und Logistik noch moderat bewertet sind. Gleichzeitig wird dadurch eine breite Streuung über verschiedene Branchen gefördert, die für eine ausgewogene und robuste Portfolioausrichtung grundsätzlich von großer Bedeutung ist.

Übersicht vergangener Marktkommentare

16. Oktober 2025

Jahresendrally: Kein gutes, sondern ein sehr gutes Börsenjahr

Ein gutes Börsenjahr neigt sich dem Ende zu – und der Aktienmarkt bleibt auf Rekordkurs, obwohl die wirtschaftliche Lage herausfordernd ist. Viele Anleger dürften sich daher fragen, ob es an der Börse noch zur fast schon obligatorischen Jahresendrally kommt, oder ob sie in diesem Winter ausbleibt. Was für und was gegen eine Jahresendrally spricht.

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Börsenentwicklung im Jahr 2025

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 16. Oktober 2025 – Die Eckdaten der Börsenentwicklung im Jahr 2025 lesen sich wie ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Schließlich sind seit Jahresbeginn beispielsweise der DAX um rund 21 Prozent, der US-amerikanische S&P 500 und der EuroStoxx 50 jeweils um etwa 13 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq um circa 15 Prozent gestiegen. Und auch die Performance des globalen Aktienindex MSCI World kann sich mit einem Plus von rund 14 Prozent mehr als sehen lassen. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt erreicht der MSCI World ein jährliches Plus von 6 bis 8 Prozent. Kurzum: Bis jetzt erweist sich 2025 wie schon das Jahr zuvor als ein hervorragendes Börsenjahr. Angesichts der erfreulichen Entwicklung fragen sich viele Anleger aber nun: Ist das Maximum für dieses Jahr erreicht oder gibt es noch Luft nach oben für eine Jahresendrally? Der Reihe nach.

Die gute Performance im laufenden Jahr ist umso bemerkenswerter, als dass die Weltwirtschaft mit enormen Herausforderungen und etlichen Konflikten zu kämpfen hat: Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten belasten Handelsbeziehungen und Lieferketten, die aggressive Zollpolitik der US-Regierung trübt das Investitionsklima und der nun wieder an Dynamik gewinnende Zollstreit zwischen China und den USA macht auch nicht allzu viel Mut. Darüber hinaus kämpft insbesondere die deutsche Exportwirtschaft mit der „America First“-Politik von Donald Trump und dem schwachen Dollar, der deutsche Waren und Dienstleistungen für Käufer aus dem Ausland verteuert.

Die Hoffnung auf gute Geschäfte wächst
Doch an der Börse spielt weniger das Hier und Jetzt eine Rolle, sondern vielmehr das, was noch kommt. Am Kapitalmarkt geben die Erwartungen der Investoren die Richtung vor. Und da gibt es Einiges, was Anleger auf eine Jahresendrally hoffen lässt – gerade auch für den deutschen Aktienmarkt.

Nachdem die heimische Wirtschaft in den vergangenen fünf Jahren nahezu auf der Stelle getreten ist, erwarten die Forschungsinstitute für 2026 und 2027 wieder positive Wachstumsraten – nicht nur, aber vor allem weil die Investitionen wieder zunehmen. Insbesondere die hunderte Milliarden schweren staatlichen Investitionsprogramme für Infrastruktur und Verteidigung in den kommenden Jahren haben das Potenzial, der Wirtschaft neuen Schub zu verleihen. Wenn Bauunternehmen und Rüstungskonzerne volle Auftragsbücher haben, schaffen sie neue Stellen und Produktionskapazitäten. Davon profitieren auch die Zulieferer und angeschlossenen Dienstleister. Dank dieses „Feedback Loop“ – Wirtschaftswissenschaftler sprechen vom Multiplikatoreffekt – steigen in der Folge die Einkommen und mit ihnen auch der Konsum, was letztlich zu weiteren Investitionen führen kann. Staatliche Investitionen könnten so die Initialzündung für mehr Wachstum geben.

Staatliche Investitionen strahlen aus
Für Deutschland wecken auch die PMI-Einkaufmanagerindizes neue Zuversicht. Diese wichtigen Konjunktur-Frühindikatoren haben sich in den vergangenen Monaten leicht erholt, was auf eine Verbesserung der Geschäftserwartungen hindeutet. Deutsche Unternehmen profitieren unter anderem davon, dass sich Anlagenbauer und Zulieferer am Aufbau der für Künstliche Intelligenz benötigten Infrastruktur beteiligen und dort Aufträge gesichert haben. Damit profitieren sie indirekt davon, dass Unternehmen und Staaten weltweit hohe Milliardenbeträge in die Zukunftstechnologie investieren. Die KI-Branche war nicht nur ein wichtiger Motor für die hervorragende Börsenperformance der vergangenen beiden Jahre, sie könnte die Aktienmärkte auch künftig stützen.

Europas Aktien sind noch günstig
Nicht zuletzt sprechen für DAX und EuroStoxx 50 auch die Tatsache, dass deutsche und europäische Aktien im internationalen Vergleich noch moderat bewertet sind. Abzulesen ist das beispielsweise am Kurs-Gewinn-Verhältnis, das den Aktienkurs in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie setzt. Während im Dow Jones, S&P 500 und an der Nasdaq Aktien mit dem 23- bis 35-fachen des Gewinns bewertet sind, erreichen die Aktienbewertungen im DAX und EuroStoxx 50 nur das 17- bis 19-fache des Jahresgewinns. Die Bewertung ist zwar nicht die einzige für Investoren aussagekräftige Kennzahl, allerdings auch keine zu unterschätzende. Vor allem dann nicht, wenn die Differenz so ausgeprägt ist wie derzeit.

Mehr Rücken- als Gegenwind für den DAX
Auf der anderen Seite bleiben aber auch Risiken. So steckt zwar in den mobilisierten Investitionen viel Fantasie, doch entscheidend wird sein, ob diese Gelder auch in der Wirtschaft ankommen. Nur wenn die Investitionen tatsächlich die Produktivität und die Nachfrage nachhaltig ankurbeln, kann daraus eine Trendumkehr entstehen.

Die Bundesregierung ist sich dessen bewusst. Sie weiß, dass die Investitionen nur dann ihre ganze Wirkung entfalten, wenn sich auch die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verbessern. Zentrale Forderungen der deutschen Wirtschaft sind daher zum Beispiel seit langem, die überbordende Bürokratie abzubauen, Genehmigungsprozesse zu beschleunigen und Investitionssicherheit zu gewährleisten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die hohen Erwartungen in die staatlichen Investitionen enttäuscht werden. Damit ginge das Risiko einher, dass auch die Börse korrigieren könnte.

Summa summarum ist jedoch das Risiko, dass die Jahresendrally 2025 ausfällt, geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienkurse bis zum Jahresende noch Luft nach oben haben – und das Jahr 2025 somit nicht nur ein gutes, sondern ein sehr gutes Börsenjahr wird.

18. September 2025

Saisonale Schwäche als Chance für Umschichtungen

Der September gilt historisch als einer der schwierigsten Monate für die Aktienmärkte – seit Jahrzehnten verzeichnet er im Durchschnitt die schwächste Performance im Jahresverlauf. Die bisherige Entwicklung an den Märkten ist bislang allerdings erstaunlich robust, auch wenn verschiedene Unsicherheitsfaktoren weiterhin Risiken für einen schwächeren Herbstbeginn bergen. Für Anleger könnte dies daher noch eine gute Gelegenheit sein, ihr Portfolio zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

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Aktuelle Markteinschätzung: Risiken erkennen, Chancen nutzen

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 18. September 2025 – Dieses Muster an der Börse manifestiert sich seit Jahrzehnten: Der September ist historisch betrachtet der schwächste Börsenmonat eines Jahres. Seltene Ausnahmen von dieser statistischen Beobachtung scheinen diese Regel nur zu bestätigen. So verlieren im langjährigen Durchschnitt beispielsweise die US-Börsenindizes S&P 500 rund 0,7 Prozent, der Dow Jones in etwa 0,8 Prozent und die Nasdaq circa 0,9 Prozent. Der deutsche Leitindex DAX büßte im Mittel sogar 2,2 Prozent an Wert ein. Wenig Mut macht auch, dass es am deutschen Aktienmarkt in den Septembermonaten der vergangenen 36 Jahre 22-mal abwärts ging.

Herausfordernder Herbstbeginn am Aktienmarkt
Auch 2025 könnte sich dieses Muster fortsetzen, da trotz der anhaltenden Euphorie im Markt und der Zinssenkungshoffnungen der Fed mehrere Faktoren auf eine mögliche Korrektur an den Börsen hindeuten:

Erstens haben sich die Aktienmärkte im laufenden Jahr allen Unkenrufen zum Trotz bisher recht robust präsentiert – allen voran in Europa. Während der Dow Jones seit Jahresbeginn trotz einer deutlichen Korrektur im April momentan mehr als sieben Prozent im Plus liegt, ist der Nasdaq Composite dank eines starken Sommers sogar mehr als 13 Prozent gestiegen. Beide Indizes haben zuletzt neue Allzeithochs erklommen. Der britische FTSE ist 2025 hingegen bislang um rund zwölf Prozent, der italienische FTSE MIB um knapp 24 Prozent, der spanische IBEX um mehr als 29 Prozent und der deutsche DAX ist um etwa 18 Prozent gestiegen. Und: Trotz der deutlichen Korrektur im April markierten alle genannten Indizes zudem neue Rekordhochs. Doch Vorsicht: Angesichts der hohen Aktienbewertungen sollten Anleger nun Gewinnmitnahmen und damit auch Kursrückgänge zumindest nicht ausschließen.

Zweitens sind die wirtschaftliche Lage und die Aussichten für die Zukunft noch problematisch. Wie stark etwa die Zölle der US-Regierung die Weltwirtschaft bremsen, bleibt noch abzuwarten. Auch die Konflikte im Nahen Osten sowie der Russland-Ukraine-Krieg könnten weiter eskalieren, Lieferketten unterbrechen, neue Sanktionen gegen Russland und seine Partnerländer provozieren und den globalen Handel stören. Durch ihre massiven Aufrüstungsbemühungen erhöhen zudem viele EU-Mitgliedstaaten ihre Staatsverschuldung, was am Rentenmarkt bereits zu fallenden Kursen und steigenden Renditen bei langlaufenden Staatsanleihen geführt hat. Zusätzlich hat auch die angespannte Lage in Frankreich zu höheren Renditen innerhalb der EU beigetragen.

Eine ganz andere Entwicklung sehen wir in den USA, dem größten Kapitalmarkt der Welt. Obwohl die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump die ohnehin hohe Staatsverschuldung noch schneller wachsen lässt, steigen seit Jahresbeginn die Kurse bei Staatsanleihen und entsprechend fallen die Renditen. Der anhaltende Druck von Trump auf die unabhängige US-Notenbank Fed und die steigende Staatsverschuldung haben allerdings dazu geführt, dass zumindest die Weltleitwährung US-Dollar gegenüber fast allen Währungen gelitten hat – was ein zusätzliches Ziel von US-Präsident Donald Trump darstellt. Gold hat als Alternative zu Papiergeld und sicherer Hafen in Krisenzeiten seit Jahresbeginn hingegen schon 33-mal neue Höchststände erreicht.

Drittens haben vor allem die großen Tech-Giganten, die sogenannten „Magnificent Seven“ aus Alphabet, Apple, Amazon, Meta, Microsoft und Nvidia mit Ausnahme von Tesla den Börsenboom im Frühjahr und Sommer maßgeblich getragen. In deren Kursen steckt viel Hoffnung auf den Siegeszug künstlicher Intelligenz und deren wirtschaftliches Potenzial. Allerdings sind die Entwicklungskosten noch sehr hoch und es kann noch dauern, bis sich die Investitionen auf der Gewinnseite der Unternehmensbilanzen auszahlen. Als im Januar der chinesische KI-Entwickler Deepseek eine KI vorstellte, deren Entwicklung deutlich günstiger war als die der amerikanischen Marktführer, kam es an der Börse schon einmal zu einer kurzen Korrektur, von der sich die Aktien jedoch schnell wieder erholten. Inzwischen sind die Bewertungen für die Magnificent Seven wieder sehr ehrgeizig, eine grundlegende, realistischere Neubewertung der gehypten Titel steht indes noch aus. Gewinnmitnahmen und sinkende Kurse sind vor dem Hintergrund eines traditionell schwachen Septembers daher nicht auszuschließen.

Gute Gelegenheit für Neuausrichtung des Portfolios
Für Anleger ergeben sich daraus Risiken und Chancen zugleich. Für Multi-Asset-Investoren bedeutet das: Die Saisonalität mahnt zur Vorsicht, aber gerade in einem „schwachen September“ eröffnen sich Umschichtungsgelegenheiten – weg von den überhitzten Tech-Sektoren, hin zu einer breiteren, robusteren Aufstellung. Künstliche Intelligenz bleibt zwar mittel- bis langfristig ein hochspannendes Investmentthema. Doch da wir hier erst am Anfang einer Entwicklung stehen, die voraussichtlich ganze Branchen transformieren wird, sollten Anleger aktuelle Überbewertungen bei einschlägigen Aktien nicht ignorieren und ihre Risiken austarieren. Das ändert nichts daran, dass KI-Innovationen in den kommenden Jahren erhebliches Wachstumspotenzial freisetzen können.

Wer das Gewicht der Highflyer aus der Technologie- bzw. KI-Branche reduziert, kann nicht nur sein Verlustrisiko senken, sondern sein Portfolio mit der freigewordenen Liquidität auch stabiler und langfristig aussichtsreich aufstellen. Beispielsweise profitieren Aktien aus der Finanzbranche von einer stabileren Zinskurve. Sollte die US-Notenbank wie erwartet einen Zinssenkungszyklus beginnen, könnte das die US-Konjunktur beleben. Profiteure hiervon wären außerdem Werte aus dem Konsum-, Industrie- und Gesundheitssektor. Small Caps von Mittelständlern und wachstumsstarken Jungunternehmen dürften angesichts ihres hohen Kapitalbedarfs ebenfalls von günstigeren Zinskonditionen profitieren.

Mehr Diversifikation für die Jahresendrally
Auch fiskalische Stimuli wie etwa Steuersenkungen in den USA und Deutschlands Rüstungs- und Infrastruktur-Sondervermögen könnten der Wirtschaft in den kommenden Monaten neuen Schub verleihen. Anleger könnten daher die Chance nutzen, ihre Wertpapiere an den internationalen Aktienmärkten zu streuen, um ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis ihrer Investments zu erreichen. Darüber hinaus bieten sich auch gezielte Anlagen in weitere Asset-Klassen wie Rohstoffe, Währungen, Anleihen und alternative Investments an. Anleger, die dies beherzigen, dürften auch vorübergehende Rückschläge an der Börse glimpflich überstehen und sind zugleich gut positioniert für eine renditestarke Börsenrally zum Jahresende. Die gibt es statistisch ähnlich häufig wie einen schwachen September zum Herbstauftakt.

14. August 2025

Über den Tellerrand schauen

Zahlreiche Anleger investieren nur in einige wenige Regionen – allen voran in Deutschland und die USA. Diejenigen, die einen langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau anstreben, sollten sich diese Anleger nicht zum Vorbild nehmen. Mehr dazu erfahren sie im neusten Marktkommentar der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ auf.

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Besser als vermutet

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 14. August 2025 – Trotz des anhaltenden Zollkonflikts zwischen den USA und China kommt der Hang Seng Index in den vergangenen zwölf Monaten auf ein Plus von rund 45 Prozent. Damit hat sich der wichtigste Aktienindex in Hongkong besser entwickelt als die meisten anderen bedeutenden Aktienindizes. Seit geraumer Zeit präsentiert sich auch der japanische Nikkei 225 in prächtiger Verfassung, zumal der Index jüngst ein neues Rekordhoch erklomm. Auch dies mag den einen oder anderen Anleger überraschen, schließlich sind viele Nikkei-Unternehmen stark vom Export und somit von der Verfassung des globalen Wirtschaftsmotors abhängig – und der weist aufgrund der weiterhin recht herausfordernden Gemengelage bei weitem nicht die gewünschte Drehzahl auf. Der Nifty 50 dürfte hingegen zuletzt zahlreiche Investoren enttäuscht haben, bewegte sich der indische Leitindex auf Jahressicht doch kaum vom Fleck.

Auf lange Sicht aber bietet der indische Aktienmarkt durchaus attraktive Renditeaussichten. Die Gründe: Zum einen punktet die weltweit größte Demokratie mit einer jungen Bevölkerungsstruktur. So kommt Indien laut der UN auf ein Durchschnittsalter von etwa 28 Jahren. Zum Vergleich: In China beträgt das Medianalter 39 und hierzulande gar 45 Jahre. Hinzu kommt, dass diese junge Bevölkerung zunehmend gut ausgebildet ist und damit auch einen großen Anteil daran hat, dass Indien mit recht robusten Wachstumszahlen aufwarten kann. So rechnet der Internationale Währungsfonds damit, dass der Subkontinent 2025 und 2026 jeweils um 6,4 Prozent wachsen könnte – und damit deutlich kräftiger als die übrigen Emerging Markets, denen „lediglich“ ein Wachstum von 3,6 und 4,3 Prozent zugetraut wird.

Diversifikation ist das A und O einer erfolgreichen Vermögensstrategie
Diese Beispiele zeigen: Anleger sollten es tunlichst vermeiden, nur auf wenige und ihnen vertraute Märkte zu setzen. Ganz im Gegenteil: Wer langfristig Vermögen aufbauen und damit möglichst wenig Risiken eingehen möchte, sollte sein Geld auf viele verschiedene Regionen verteilen.

Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild. Laut dem „Trendmonitor Vermögensverwaltung 2024“ – eine Studie des Instituts für Vermögensverwaltung (IVA) und des Plattformanbieters QPLIX – sind unter den zehn am häufigsten in deutschen Depots geführten Aktien im Schnitt gut vier US-amerikanische Unternehmen und in etwa drei deutsche Konzerne. Mit anderen Worten: Von zehn Aktien stammen in einem durchschnittlichen deutschen Anlageportfolio rund sieben Werte aus den USA und Deutschland. Während die Bindung zahlreicher Verbraucher zu bekannten Marken und Unternehmen verständlich ist, birgt diese starke Konzentration auf zwei Märkte erhebliche Risiken und verpasst gleichzeitig die Chancen globaler Wachstumsmärkte.

Die verpassten Chancen in Asien
Fakt ist: Ein diversifiziertes Portfolio ist und bleibt das A und O für den langfristigen Erfolg an der Börse. Es erhöht auf der einen Seite die Chancen und reduziert auf der anderen Seite die Risiken, da mögliche Verluste in einer Region durch Gewinne in einem anderen Bereich ausgeglichen werden können. Ein stark konzentriertes Portfolio ist dagegen anfälliger für die spezifischen Risiken dieser Märkte. So hätte etwa ein wirtschaftlicher Abschwung in Deutschland oder den USA in einem solchen Portfolio überproportionale Auswirkungen.

Getreu dem Motto „breit gestreut, nie bereut“ sollten Anleger, deren Fokus vor allem auf die beiden genannten Märkte liegen, dringend umdenken. Anderenfalls gehen diese Investoren nicht nur ein größeres Risiko ein, sie verpassen auch die Entwicklungen in Regionen – allen voran in Asien –, die ein enormes Wachstumspotenzial bieten.

Diversifikation: Mehr als nur Länder
Doch Vorsicht: Wer nun glaubt, dass sich Diversifikation lediglich auf die geografische Verteilung beschränkt, irrt sich gewaltig. Ein wirklich breit aufgestelltes Portfolio weist Investments in verschiedene Branchen und Anlageklassen auf, wie etwa Rohstoffe, Anleihen, Währungen und alternative Investments wie Private Equity.

Kurzum: Ein langfristig erfolgreicher Vermögensaufbau erfordert eine strategische und disziplinierte Herangehensweise. Anleger, die über den Tellerrand blicken und sich der Vorteile einer breiten Diversifikation bewusst sind, positionieren sich deutlich besser für den langfristigen Erfolg. Lediglich in deutsche und US-amerikanische Aktien zu investieren, mag eine emotionale Komfortzone bieten, doch die reale Welt der Finanzmärkte belohnt diejenigen, die rational und global denken.

16. Juli 2025

Vorsichtiger Optimismus zum Start ins zweite Börsenhalbjahr

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und politischer Unsicherheiten zieht es immer mehr internationale Investoren an den deutschen Aktienmarkt. Der DAX zeigt Stärke – getragen von niedrigen Zinsen, staatlichen Investitionen und wachsendem Vertrauen in die neue Bundesregierung. Wer sein Portfolio gegen globale Unsicherheiten absichern möchte, sollte den Blick auf ausgewählte deutsche Aktien richten. Der aktuelle Marktkommentar zeigt, wie Anleger von diesem Comeback profitieren können.

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Das zweite Börsen-Halbjahr – vorsichtig optimistisch

Das zweite Halbjahr startet an der Börse durchaus mit positiven Vorzeichen. Allerdings könnten die Schrecken des ersten Halbjahres auch noch mal zurückkehren. Unter dem Strich überwiegt aber die Zuversicht.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 16. Juli 2025 – An den Börsen waren im ersten Halbjahr angesichts heftiger Kursschwankungen gute Nerven gefragt. Bereits im ersten Quartal erhielten die lange hochgejubelten Technologieaktien, die eng mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) verknüpft sind, einen veritablen Dämpfer. Ein Grund: Ein chinesischer Wettbewerber hatte ein konkurrenzfähiges KI-Tool zu vergleichsweise geringen Kosten entwickelt und veröffentlicht. Die US-amerikanischen KI-Platzhirsche fielen daraufhin an der Börse in kurzer Zeit um zehn bis 30 Prozent – und belasteten aufgrund ihres hohen Gewichtes in den Aktienindizes den gesamten Markt.

Panik am „Liberation Day“, Entspannung dank Zollpause
Das Gros der europäischen Aktien präsentierte sich im ersten Quartal dennoch recht robust. So profitierte etwa der DAX spürbar von der Bundestagswahl, der folgenden Lockerung der Schuldenbremse und dem angekündigten Rüstungs- und Konjunkturpaket. Zugleich misstrauten Investoren zunehmend der wirren Zoll- und Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Je mehr der US-Dollar unter Druck geriet, umso mehr wendeten sich Anleger und Kapitalverwalter den europäischen Börsen zu. Während die US-Börsen neue Kursdellen verdauen mussten, stiegen die Bewertungen an Europas Aktienmärkten. Auch das zweite Quartal war von hoher Dynamik geprägt. Vor allem Donald Trumps Zollpläne gegen die ganze Welt sorgten auch an den Börsen für eine Menge Unruhe. Investoren befürchten, Trumps Zollpolitik schade vor allem den US-Verbrauchern und befeuere erneut die gerade erst unter Kontrolle gebrachte Inflation. Das wiederum belastete den US-Dollar und sorgte für weitere Kapitalabflüsse zugunsten von Europa und Asien.

Starke Gegenbewegungen führten zu neuen Höchstständen
Doch trotz aller Schocks, Zweifel und Sorgen, die die Börsen immer wieder auf Talfahrt schickten – es gab auch regelmäßig zeitnahe Gegenbewegungen. Trumps Rückzieher und Verhandlungspausen bei den angekündigten Zöllen lösten Freudensprünge an der Börse aus. Zudem holten im zweiten Quartal US-Aktien wieder auf, insbesondere dank der US-Technologieriesen. Starke Unternehmenszahlen und ambitionierte KI-Strategien überraschten an der Börse positiv und gaben damit auch dem Gesamtmarkt neuen Auftrieb.

Selbst als dann zum Ende des zweiten Quartals die geopolitischen Konflikte durch Israels Angriff auf den Iran und das militärische Eingreifen der US-Streitkräfte in den Vordergrund rückten, zeigte sich der Kapitalmarkt bemerkenswert widerstandsfähig. Investoren und Anleger schüttelten Rückschläge an den Wertpapiermärkten ein ums andere Mal ab und die Börsen schlossen das erste Halbjahr überwiegend mit Kursgewinnen oder sogar neuen Allzeithochs ab. Anleger, die breit gestreut investiert waren und die Ruhe bewahrten, erlitten kaum Verluste oder lagen zum Halbjahresende sogar im Plus.

Der Zollstreit geht weiter, der Dollar bleibt unter Druck
Aktuell spricht nicht allzu viel dafür, dass das zweite Halbjahr weniger herausfordernd wird, zeichnen sich doch bereits einige Themen ab, die das Potenzial haben, die Börsen weiterhin in Bewegung zu halten.

Zum einen hat Donald Trump sein wichtigstes innenpolitisches Vorhaben, seine „Big Beautiful Bill“, durch den Kongress geboxt. Das Gesetz könnte der größten Volkswirtschaft der Welt kurzfristig positive Impulse bescheren, auf der anderen Seite aber auch die Konsumfreude bremsen und die bereits hohe US-Staatsverschuldung um mehrere Billionen Dollar in die Höhe treiben. Gut möglich, dass daher auch USStaatsanleihen und US-Aktien nicht die gewünschte Richtung aufweisen werden.

Zum anderen steht nach Ablauf der Verhandlungspausen nun die Umsetzung von Trumps Zollandrohungen bevor. Für einen Vorgeschmack hat Trump bereits gesorgt. So drohte er der EU ab August mit Zöllen von 30 Prozent – und dies, obwohl die US- und EU-Vertreter ihre Verhandlungen noch nicht abgeschlossen haben. Welche konkreten Zölle für die einzelnen Länder erhoben werden, bleibt abzuwarten. Sehr wahrscheinlich ist jedoch schon jetzt, dass die protektionistische US-Politik ein beherrschendes Börsenthema im zweiten Halbjahr bleiben dürfte.

Mit starken Marktbewegungen ist jederzeit zu rechnen
Anleger sollten zumindest nicht ausschließen, dass weitere Investoren dem USMarkt den Rücken kehren und noch mehr Kapital in Richtung Europa und Asien abfließen wird. Die Warnsignale in den USA werden immer offensichtlicher: hohe Defizite, wachsender Protektionismus und das unvorhersehbare Verhalten des USPräsidenten könnten die Märkte weiterhin verunsichern und deutliche Kursschwankungen mit sich bringen.

Auch über die künftige Zinspolitik der Notenbanken herrscht noch Unklarheit. Vor allem der Kurs der US-Notenbank ist noch nicht absehbar. Mit Blick auf die Inflationsrisiken durch neue Zölle und den angeschlagenen Arbeitsmarkt hat USNotenbankchef Jerome Powell die von Donald Trump geforderten Zinssenkungen bislang verweigert. Von der weiteren Entwicklung der US-Konjunktur und der Inflation wird abhängen, ob die US-Notenbank Spielraum für Zinssenkungen hat, die auch dem Aktienmarkt zugutekämen.

Hoffnung auf konkrete Zölle und Abkommen
Konkret umgesetzte Zölle und Handelsabkommen könnten aber auch die Unsicherheit beenden und Unternehmen sowie Investoren wieder mehr Planbarkeit bieten. Das wäre immerhin ein positiver Impuls für die US-Börsen. Außerdem bleiben die USA bei KI-Investitionen und dem Ausbau der Energieinfrastruktur weiterhin ein wesentlicher Wachstumstreiber. Den US-Börsen nun komplett den Rücken zu kehren, scheint daher wohl keine allzu clevere Idee zu sein – vor allem nicht für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Für Anleger in Deutschland wird daneben auch entscheidend sein, wie schnell und wie effizient die Mittel aus dem Rüstungs- und Konjunkturpaket tatsächlich abgerufen werden. In jedem Fall dürfen Anleger trotz der genannten Risiken auch im zweiten Halbjahr mit einigen positiven Impulsen rechnen.

Streuung und Steuerung im Portfolio sind weiter geboten
Sicher ist vor allem, dass im Fahrwasser der weiterhin herausfordernden Gemengelage derzeit nichts sicher ist. Anleger müssen sich daher wohl auch für die zweite Jahreshälfte auf erhöhte Schwankungen einstellen. Vor diesem Hintergrund sollten Investoren ihre Ersparnisse im Idealfall weiterhin auf verschiedene AssetKlassen und Regionen verteilen – und damit einhergehend ihre Risiken reduzieren und Renditechancen erhöhen.

18. Juni 2025

Comeback deutscher Aktien

Kapitalrückflüsse, Reformsignale und Wachstumspotenzial: Deutschland rückt wieder in den Fokus. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und politischer Unsicherheiten zieht es immer mehr internationale Investoren an den deutschen Aktienmarkt. Der DAX zeigt Stärke – getragen von niedrigen Zinsen, staatlichen Investitionen und wachsendem Vertrauen in die neue Bundesregierung. Wer sein Portfolio gegen globale Unsicherheiten absichern möchte, sollte den Blick auf ausgewählte deutsche Aktien richten. Der aktuelle Marktkommentar zeigt, wie Anleger von diesem Comeback profitieren können.

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Comeback deutscher Aktien – mit Aussicht auf mehr

An den Aktienmärkten hat sich zuletzt ein Trend manifestiert: Europäische Werte und insbesondere deutsche Titel weisen eine höhere Performance auf als die sonst so starken US-Börsen. Anleger können diese Chance nutzen, denn es gibt gute Gründe dafür, dass es so weitergehen könnte.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 18. Juni 2025 – „Der kranke Mann Europas“, so wurde Deutschlands Wirtschaft in den vergangenen beiden Rezessionsjahren wieder häufiger bezeichnet. Die größte Volkswirtschaft Europas leide unter Wachstumsschwäche, Überregulierung und Bürokratie, zu wenig Investitionen, schwachem Konsum und einer maroden Infrastruktur, hieß es dann im gleichen Atemzug zur Begründung. Die neue Bundesregierung unter der Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz ist im Mai angetreten, um das dritte Rezessionsjahr in Folge zu verhindern. Die Frage ist also: Gelingt der Merz-Regierung die Rückkehr Deutschlands zu Prosperität und Wachstum?

An der Börse sind die Erwartungen noch gedämpft. Zwar notiert der Aktienindex DAX im Bereich seines Allzeithochs, aber die Kurse schwanken stark und fallen schnell, wenn die Unsicherheit wächst. Beispielsweise hatte es im April eine kurzzeitige Korrektur nach den Zollankündigungen von Donald Trump gegeben, der den DAX um mehr als zehn Prozent fallen ließ. Zwar erholte sich der Börsenindex in den folgenden Wochen und erreichte sogar einen neuen Höchststand, doch schon bei der nächsten Hiobsbotschaft könnte es wieder steil abwärts gehen – zuletzt am Tag nach dem Angriff Israels auf den Iran. Der DAX verlor zeitweise vier Prozent.

Trotz Unsicherheiten und volatilen Märkten: Deutsche Aktien sind gefragt
Die beste Strategie in solch einer volatilen Marktphase ist eine breite Streuung des Vermögens über die Assetklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und alternative Investments, aber auch über verschiedene Länder, Währungsräume und Branchen. Wer sein Geld so breit diversifiziert hat, senkt sein Verlustrisiko und stabilisiert sein Depot. Auf diese Weise gelingt der langfristige Vermögensaufbau mit Börseninvestments am zuverlässigsten.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Entwicklungen, die sich Anleger trotz eines ausgewogenen, diversifizierten Portfolios zunutze machen können. Denn unabhängig von der hohen Volatilität hat sich seit Jahresbeginn ein Trend an den Börsen manifestiert: Internationale Anleger ziehen Kapital aus den USA ab und investieren es in Asien, Europa und dort insbesondere in Deutschland. Ein Vergleich der Kursentwicklungen seit dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump verdeutlicht diesen Trend: Während der breite US-Aktienindex S&P 500 seit dem 4. November 2024 unter dem Strich um drei Prozent zulegen konnte, gewann der chinesische Shanghai-Composite-Index rund sechs und der Stoxx Europe 600 etwa sieben Prozent an Wert. Der DAX aber stellte alles in den Schatten und ist im gleichen Zeitraum um etwa 24 Prozent gewachsen.

Was derzeit für deutsche Aktien spricht
Dass sich der deutsche Aktienmarkt so robust präsentiert, kommt nicht von ungefähr. So sind etwa die Zinsen in der Euro-Zone mittlerweile niedriger als in den USA. Das lockt Investoren aus dem In- und Ausland an. Die unberechenbare Politik von Trump und die hohe Staatsverschuldung der USA haben gleichzeitig das Risiko einer zunehmenden Dollar-Abwertung erhöht, so dass viele Investoren ihre Dollar-Anlagen gegen solche in anderen Währungsräumen wie der Euro-Zone tauschten. Seit Trumps Wahlsieg fließt also viel Kapital nach Deutschland.

Neue Bundesregierung plant höhere Schulden und Investitionsbooster
Darüber hinaus haben viele deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Kosten gesenkt und Stellen abgebaut. Und: Ein nicht zu unterschätzender Impuls geht nun von der neuen Bundesregierung aus. Dazu gehört, dass die Regierung die Schuldenbremse gelockert und so eine höhere Staatsverschuldung zugunsten von Investitionen und Verteidigungsausgaben ermöglicht hat. Chancen bieten daneben die schnellen Beschlüsse zu einem Sondervermögen für Aufrüstung und Infrastruktur, das insgesamt ein Volumen von einer Billion Euro erreichen und zwölf Jahre lang laufen soll.

Die Schulden- und Investitionsoffensive wird zudem vom „Investitionsbooster“ der Koalition begleitet. Vor allem verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in Unternehmen in den kommenden drei Jahren sowie ein Absenken der Unternehmenssteuern ab 2028 sollen die Wirtschaft beleben und Investitionen attraktiver machen. Außerdem planen die Regierungsparteien, die Belastung der Unternehmen durch die Bürokratie abzubauen, die jährlich Milliardenkosten verursacht.

Trendwende in den Konjunkturprognosen, Chancen fürs Depot
Trotz der Risiken wie Zollpolitik, Verteidigungspolitik, China- und RusslandSanktionen, die Entwicklung in der Ukraine sowie im Nahen Osten sind die Chancen für die deutsche Wirtschaft, wieder Fahrt aufzunehmen, gestiegen; dies zeigen auch die jüngsten Konjunkturprognosen: Gleich vier führende Forschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr erhöht und erwarten nun ein Wachstum von 0,3 bis 0,4 Prozent, im kommenden Jahr soll es sogar ein Plus von 1,5 bis 1,6 Prozent geben. Auch die OECD erwartet in ihrem aktuellen DeutschlandBericht eine Rückkehr auf den Wachstumspfad.

Daraus ergeben sich auch Chancen am deutschen Aktienmarkt. Wer diese in einem ausgewogenen, breit diversifizierten Wertpapierdepot abbilden möchte, kann deutsche Aktien gegenüber US-Aktien übergewichten. Allerdings sollten Anleger bei der Aktienauswahl gezielt nach soliden und aussichtsreichsten Kandidaten Ausschau halten; schließlich dürften nicht alle Unternehmen und Branchen gleichermaßen von einer offensiveren Ausgabenpolitik und der möglichen wirtschaftlichen Trendwende in Deutschland profitieren. Ihren Anteil im Depot schrittweise zu erhöhen, ist in Zeiten volatiler Börsen genauso richtig, wie eine breite Streuung der Investments über alle Anlageklassen – und kann die Wertentwicklung des Vermögensportfolios in schwierigen Zeiten stabilisieren.

26. MAI 2025

Keine Angst vor US-Techaktien

Technologieaktien nach der Korrektur: Einstieg oder Rückzug? US-Techwerte mussten zuletzt deutliche Rücksetzer verkraften – vor allem durch Trumps aggressive Zollpolitik und neue Konkurrenz aus China. Doch viele Unternehmen konnten sich rasch erholen. Dank starker Marktstellung, hoher Liquiditätsreserven und nachhaltiger Innovationskraft bleiben Technologietitel attraktiv – besonders für Anleger mit langfristigem Horizont. Nermin Aliti analysiert im Marktkommentar, warum sich ein differenzierter Blick auf die US-Techbranche lohnt.

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Potenzial trotz Unsicherheiten

Rauf, runter, rauf – viele US-Technologieaktien haben seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich. Inzwischen – nachdem zahlreiche der Titel wieder ihr Ausgangsniveau erreicht haben – schwanken die Kurse nicht mehr ganz so kräftig. Dennoch fragen sich viele Anleger, wie es nun weitergehen könnte.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 26. Mai 2025 – Was für eine Vernichtung von Vermögenswerten. Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, eine Vielzahl von Ländern mit willkürlichen, sehr hohen Zöllen zu belegen, gingen die Börsenindizes weltweit auf Talfahrt. Im Nu lösten sich Hunderte Milliarden an Börsenwert in Luft auf. Weil sich die USA und China in den Folgetagen mit immer höheren und geradezu absurden Zöllen überboten, China und das ebenfalls betroffene Taiwan aber die wichtigsten Lieferanten von Halbleitern weltweit sind, waren die Technologie-Titel in den USA besonders stark betroffen. So verlor der US-Technologieindex Nasdaq 100 in den Tagen nach den Zollankündigungen Trumps mehr als 13 Prozent seines Wertes. Seit seinem letzten Höchststand hatte er damit insgesamt mehr als 23 Prozent verloren.

Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder ein wenig beruhigt. Vor allem seit sich die USA und China am 11. Mai auf ein Zollmoratorium für 90 Tag einigten, ging es an der Technologiebörse steil aufwärts. Wer im Crash seine Tech-Aktien verkauft hat, dürfte sich daher heute schwarzärgern, weil er die anschließende Rally verpasst hat. Anleger, die bereits wieder eingestiegen sind oder noch einsteigen wollen, fragen sich hingegen, ob der Albtraum vorbei ist – und wie es mit den US-Technologieaktien nun weitergeht? Lohnt es sich noch, einzusteigen? Sollten Gewinne lieber mitgenommen werden? Oder sollten Anleger nun besser, so wie einst von Börsenikone André Kostolany empfohlen, Schlaftabletten nehmen und ihr Depot über Jahre keines Blickes würdigen?

Reinigendes Gewitter
Dass diese Fragen nicht einfach zu beantworten sind, liegt in der Natur der Sache. Aber: Schon lange vor Trumps Zoll-Furor argwöhnten zahlreiche Analysten und Fondsmanager, dass die US-Technologiewerte nach dem Hype um Künstliche Intelligenz (KI) klassischen Bewertungsmaßstäben weit entrückt seien. Kritiker dieser Sicht betonten hingegen unverdrossen, die Aktienkurse seien gemessen am gigantischen Geschäftspotenzial von KI-Anwendungen weiterhin fair bewertet – und böten noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Diese Markteinschätzung erhielt jedoch einen kräftigen Dämpfer, als mit Deepseek Ende Januar eine chinesische KI die Bühne betrat, die zu den US-Modellen konkurrenzfähig ist, aber deutlich geringere Kosten beim Trainieren der künstlichen Intelligenz verursacht. Die Aussicht auf neue Konkurrenz aus China sorgte zunächst für Verunsicherung und belastete die Kurse zahlreicher US-Techwerte spürbar. In der Folge gewannen jedoch auch positive Aspekte an Gewicht: Einige Marktteilnehmer sahen in der technologischen Weiterentwicklung und Kostenoptimierung ein Signal für die zunehmende Skalierbarkeit von KI-Anwendungen – was langfristig als Rückenwind für die gesamte Branche interpretiert wurde. Die Zollankündigungen von Donald Trump verschärften die Abwärtsbewegung an den Märkten jedoch erneut und schickten viele Titel weiter auf Talfahrt.

Die kräftige Nasdaq-Korrektur sorgte auch dafür, dass die zum Teil kräftigen Überbewertungen etwas zurückkamen. Es war quasi ein reinigendes Gewitter, dem wieder eine Sonnenschein-Phase folgen konnte. Dank des Zollmoratoriums müssen die Technologiewerte nun vorerst nicht mehr mit Importschranken und höheren Kosten für ihre Versorgung mit Halbleitern und IT-Hardware kalkulieren, ihre Geschäftsperspektiven haben sich deutlich aufgehellt. Entsprechend ist die Nasdaq wieder in etwa auf die vorherigen Niveaus gestiegen: Vom Tiefpunkt am 8. April ging es innerhalb von sechs Wochen um rund 25 Prozent nach oben.

US-Technologieaktien bleiben für Anleger attraktiv
Doch Vorsicht: Noch weiß niemand, was passiert, wenn das Zollmoratorium im August endet. Der Trump-Administration und der chinesischen Regierung ist zuzutrauen, dass sich beide Seiten erneut mit gegenseitigen Zollerhöhungen den Handelskrieg erklären. Andererseits ist es mindestens ebenso wahrscheinlich, dass sich die USA und China im Handelsstreit einigen und die US-Industrie mit weniger schlimmen Belastungen zu kämpfen hat als zunächst befürchtet. US-Techaktien gänzlich abzuschreiben, wäre daher wohl nicht allzu klug.

Diversifikation ist und bleibt das A und O
Zusammengenommen sind die Perspektiven für US-Techwerte aktuell eher positiv. Zumal zahlreiche US-Technologieunternehmen häufig weltweit führend in ihrem Metier sind – und das sowohl technologisch als auch nach Marktanteilen. Daher verfügen viele US-Technologiekonzerne auch über eine Preissetzungsmacht, die es ihnen erlaubt, steigende Kosten an die Kunden weiterzugeben. Auch sind sie in der Regel nicht allein abhängig vom zukunftsträchtigen KI-Geschäft, sondern verdienen den Großteil ihrer Einnahmen mit etablierten Produkten wie Bürosoftware, Suchmaschinen, Smartphones, Social Media oder Elektroautos. Hinzu kommt: Viele dieser Unternehmen verfügen über enorme Liquiditätsreserven, die es ihnen ermöglichen, diese entweder über verschiedene Varianten an die Aktionäre auszuschütten oder kontinuierlich in Forschung und Entwicklung zu investieren – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem innovationsgetriebenen Umfeld. Kurzum: Viele US-Technologiekonzerne überzeugen durch ihre guten Produkte, hohe Marktanteile, attraktive Margen und die Fähigkeit, zukünftige Wachstumspotenziale frühzeitig erschließen zu können.

Auf der anderen Seite gilt: Wer einen langfristigen Vermögensaufbau anstrebt und dabei die Risiken reduzieren und die Chancen maximieren möchte, sollte seine Ersparnisse stets auf viele verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffe, Anleihen oder alternative Investments verteilen und niemals alles auf eine Karte setzen. Allzu hoch sollte daher auch nicht der mögliche Depotanteil von USTechnologiewerten ausfallen.

17. APRIL 2025

Vier gute Gründe für deutsche Nebenwerte

Nebenwerte im Aufwind: Warum sich ein Blick auf MDAX und SDAX wieder lohnt. Während der DAX zuletzt glänzen konnte, rücken nun auch die Nebenwerte in den Fokus. Zinssenkungen der EZB, staatliche Investitionsprogramme und eine geringere Exportabhängigkeit machen deutsche Small und Mid Caps wieder interessanter für langfristig orientierte Anleger. Nermin Aliti nennt vier konkrete Gründe, warum gerade jetzt ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein könnte – und wie man Risiken durch gezielte Auswahl und Streuung begrenzt.

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Vier Argumente für deutsche Nebenwerte mit Langfristpotenzial

In den vergangenen beiden Jahren hatten die beiden Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX im Vergleich zum DAX das Nachsehen. Inzwischen sind die Aussichten für Nebenwerte aber wieder besser als für die Schwergewichte. Vor allem langfristig orientierte Anleger könnten Ihnen daher wieder mehr Platz im Depot einräumen.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 17. April 2025 – Fast 20 Prozent hatte der deutsche Nebenwerteindex SDAX im laufenden Jahr schon zulegt, dann brach US-Präsident Donald Trump einen Handelskrieg vom Zaun und schickte die Börsen weltweit auf Talfahrt. Vom Kursplus blieben im SDAX bis Mitte April nur rund vier Prozent übrig. Bei den etwas größeren Nebenwerten im MDax war das Bild ähnlich: nach einem vorrübergehenden Zuwachs von etwa 17 Prozent schrumpfte das Plus seit Jahresbeginn auf nur noch rund 2 Prozent zusammen.

An den grundsätzlich positiven Aussichten für die Aktien aus der zweiten und dritten Börsenreihe hat sich aber nichts Grundlegendes geändert. Im Gegenteil: Deutsche Nebenwerte bieten aus mehreren Gründen derzeit und vor allem auf lange Sicht attraktive Renditechancen.

MDAX und SDAX mit Nachholpotenzial
Wer die Entwicklung der Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX über die vergangenen Jahrzehnte zurückverfolgt, stellt fest, dass deren Kursentwicklung im Allgemeinen steiler nach oben verläuft als im Bluechip-Index DAX. Das ist auch nachvollziehbar, denn kleinere Unternehmen sind in der Regel risikoreicher, bieten aber auch höhere Renditechancen – sprich: eine Risikoprämie. In den vergangenen Jahren jedoch – insbesondere seit der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg, der anhaltenden Inflation und der wirtschaftlichen Schwäche Europas – hatten eher die großen Standardwerte im DAX die Nase vorn. In unsicheren Zeiten bevorzugen viele Anleger stabile, etablierte Unternehmen, was dem DAX im Vergleich zu den volatileren Nebenwerten zeitweise einen Vorsprung verschaffte.

Inzwischen haben sich die Perspektiven für Nebenwerte generell aufgehellt – und zwar so sehr, dass die Small- und Mid-Caps nun gute Chancen haben, eine bessere Performance zu erzielen als der deutsche Leitindex. Vier Punkte machen deutsche Nebenwerte auf lange Sicht besonders chancenreich.

Vier Punkte machen Nebenwerte jetzt chancenreich
Erstens spielen dem S- und MDAX sowie allen europäischen Nebenwerten die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in ihre Karten. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren in der Regel stärker von Zinssenkungen als gut finanzierte Großunternehmen mit viel Eigenkapital, zumal ihre Kredite häufig variabel verzinst werden und sie daher niedrigere Kreditzinsen unmittelbar spüren. Zudem ist es für kleine und mittlere Unternehmen oft schwieriger, Kredite zu attraktiven Konditionen zu erhalten. Sinkende Zinsen kommen daher wie gerufen.

Zweitens dürften vor allem deutsche Nebenwerte besonders vom 500-MilliardenEuro-Infrastrukturpaket der künftigen Bundesregierung profitieren. Insbesondere die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft könnte in den kommenden zwölf Jahren – auf diesen Zeitraum ist das Sondervermögen der Bundesregierung ausgelegt – dank der Sanierung von Straßen, Brücken und Schienennetz vollere Auftragsbücher haben. Auch die Windkraft- und Solarstrombranche könnte von staatlichen Investitionen und Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien frischen Schwung bekommen.

Drittens: Die irrlichternde Zollpolitik des US-Präsidenten und der daraus resultierende Handelskrieg könnte kleine und mittlere Unternehmen weniger hart treffen als global agierende Konzerne. SDAX-Unternehmen haben in der Regel einen vergleichsweise niedrigeren Exportanteil und konzentrieren sich oft auf den Heimatmarkt. Das macht sie weniger anfällig für Zölle und andere Handelsbeschränkungen.

Viertens und last but not least: Der SDAX mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 19 und vor allem der MDAX, der aktuell auf ein KGV von etwa 16 kommt, sind historisch betrachtet recht günstig bewertet. Und: Einige deutsche Nebenwerte werden aktuell mit einem KGV von weitaus weniger als 15 gehandelt. Ein niedriges KGV bedeutet vereinfacht gesagt, dass Anleger für einen Euro Gewinn des Unternehmens vergleichsweise wenig zahlen – das kann ein Hinweis auf unterbewertete Aktien mit Potenzial sein.

„Sell US, buy Europe“ heißt es unter Börsenprofis
Und noch eine Entwicklung macht Mut: Seit Monaten schon schichten Investoren große Teile ihrer Anlagen nach Europa um – auch, weil sie wohl Trumps Wirtschaftspolitik fürchten. Da die US-Wirtschaft zunehmend durch Importzölle, drohende Inflation und eine zunehmend problematische Finanzierung des defizitären Staatshaushalts gebremst wird und gleichzeitig der Euro gegenüber dem Dollar an Stärke gewinnt, erscheinen europäische Aktien für internationale Anleger wieder attraktiver.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Investitionen aus dem 500-MilliardenProgramm der künftigen Bundesregierung erscheinen vor allem deutsche Aktien recht attraktiv. Das gilt insbesondere für Nebenwerte, sofern die Aktien mit Sorgfalt und Bedacht gewählt werden. Dann bestehen dank der geringeren Abhängigkeit vom US-Markt attraktive Renditechancen. Doch Vorsicht: Generell und vor allem in so turbulenten Zeiten wie derzeit bleibt aber eine breite Streuung über verschiedene Länder, Währungen, Branchen und Anlageklassen das Gebot der Stunde. Der mögliche Depotanteil deutscher Nebenwerte sollte daher also nicht allzu üppig ausfallen.

18. FEBRUAR 2025

US-Nebenwerte: Wann, wenn nicht jetzt?

Warum Small Caps in den USA wieder ins Blickfeld rücken – und was Anleger beachten sollten. US-Nebenwerte haben in den letzten Jahren gegenüber den Tech-Giganten deutlich an Boden verloren. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert: Zinssenkungen der Fed, steuerliche Entlastungen und weniger Regulierung unter Präsident Trump könnten jetzt für eine Aufholjagd der sogenannten Small Caps sorgen. Gleichzeitig sollten Investoren die Risiken kleinerer Unternehmen nicht unterschätzen und auf eine breite Streuung setzen. Im aktuellen Marktkommentar beleuchtet Nermin Aliti die Chancen und Herausforderungen für Anleger.

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Zeit für US-Nebenwerte: Chancen nutzen, Risiken im Blick behalten

Man kann von der Person Donald Trump halten, was man möchte, für die Börse ist der erneut gewählte US-Präsident jedoch nicht unbedingt schlecht. Vor allem USNebenwerte könnten künftig von seiner „Make America Great Again“-Politik profitieren. Anleger sollten die Risiken eines Investments in US-Nebenwerte jedoch nicht außer Acht lassen.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 18. Februar 2025 – Anleger, die in Nebenwerte investierten, hatten in den vergangenen Jahren in der Regel nicht allzu viel Grund zur Freude. Und dies gilt sowohl für Investoren, die in deutsche und europäische Small Caps angelegt haben, als auch für Anleger mit dem Fokus auf US-Nebenwerte. So weist beispielweise der US-Index S&P 500 auf Sicht der zurückliegenden drei Jahre eine Performance von etwa 39 Prozent auf, während der US-Nebenwerteindex Russell 2000 lediglich auf ein Plus von 14 Prozent kommt.

Die Gründe, weshalb sich die Aktien aus der zweiten und dritten Reihe in den vergangenen Jahren vergleichsweise schwergetan haben, sind vielfältig. Zum einen haben Anleger unter anderem aufgrund der insgesamt herausfordernden Gemengelage verstärkt auf große und weniger anfällige Werte gesetzt. Hinzu kam der kräftige Anstieg der Inflation und der damit einhergehende Zinserhöhungszyklus der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed, der vor allem den zinssensitiven Unternehmen aus dem Nebenwertebereich zu schaffen machte.

Doch nun könnte die Zeit für US-Nebenwerte gekommen sein. Der Zinssenkungszyklus, den die US-Notenbank Fed im September vergangenen Jahres einleitete, könnte eine Trendwende für Small Caps mit sich bringen. Historisch betrachtet entwickelten sich kleine und mittelgroße Unternehmen in Phasen sinkender Zinsen oft besser als die großen Konzerne. Sie profitieren besonders stark von niedrigeren Finanzierungskosten, da sie oft mehr Fremdkapital nutzen als große Unternehmen. Wenn sie für das Fremdkapital weniger Kosten aufwenden müssen, erhöhen sich wiederum die Gewinnmargen der Unternehmen.

Donald Trump will Steuern für Unternehmen weiter senken
Zudem könnten kleinere US-Unternehmen besonders von der neuen Wirtschaftspolitik des alten, neuen US-Präsidenten Donald Trump profitieren. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte er die Unternehmenssteuern von 35 Prozent auf ein deutlich niedrigeres Niveau gesenkt. Nun plant Trump, Unternehmen mit einem ermäßigten Steuersatz von 15 Prozent zu bevorzugen, wenn diese Produktionsstätten in den USA betreiben. Damit steigt der Anreiz, direkt in den USA zu produzieren. US-Small-Caps könnten besonders von protektionistischen Maßnahmen profitieren, da diese häufig einen Großteil ihres Geschäfts im Inland erwirtschaften.

Trumps wirtschaftspolitische Devise lautet ohnehin: „America First“. Falls er Zölle erhöht oder weitere protektionistische Maßnahmen ergreift, könnte er damit insbesondere US-amerikanischen Mittelstandsunternehmen in die Karten spielen, da sie stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind als multinationale Konzerne. Ein weiteres Argument: Trump setzt auf weniger Regulierung in vielen Branchen. Das könnte Small Caps zugutekommen, da bspw. Compliance-Kosten gerade kleinere Unternehmen überproportional belasten.

Günstige Bewertung spricht für Small Caps
Und noch ein Grund spricht für Small Caps – und zwar ihre vergleichsweise günstige Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Small-Cap-Aktien hat sich zwar mittlerweile erholt und liegt nun leicht über dem langfristigen Durchschnitt. Im Vergleich zu Blue Chips sind die Bewertungen jedoch weiterhin niedrig und liegen unter denen großer Unternehmen. Mit der Trumpschen Wirtschaftspolitik könnte sich dieser Abstand wieder verringern.

Viele Argumente sprechen also im aktuellen Umfeld für ein Investment in USNebenwerte. Dabei sollten Anleger jedoch eine zentrale Grundregel der Geldanlage beachten: Risiken und Chancen breit streuen. Ein diversifiziertes Portfolio ist die Basis für langfristigen Erfolg. Anleger können Nebenwerte ihrem Portfolio beimischen, sie sollten jedoch nicht den Kern der Anlagestrategie bilden. Der langfristige Anlageerfolg hängt entscheidend von einer Mischung verschiedener Anlageklassen ab. Das sollten Anleger stets im Blick behalten.

21. JANUAR 2025

Europäische Aktien mit Überraschungspotenzial

Wie Anleger von attraktiven Bewertungen und geldpolitischen Impulsen profitieren können. Zum Start ins Börsenjahr 2025 lohnt sich ein genauer Blick auf europäische Aktien. Während Donald Trump in seine zweite Amtszeit startet und die US-Märkte bereits stark vorgelegt haben, bieten europäische Werte durch günstigere Bewertungen und ein mögliches Zinssenkungsszenario neue Chancen. Insbesondere exportstarke Unternehmen aus Deutschland könnten von einem schwachen Euro profitieren. Auch eine politische Stabilisierung in Europa – etwa durch Neuwahlen in Deutschland – könnte ein wichtiger Katalysator für den Markt sein. Mehr dazu im ausführlichen PDF-Kommentar von Nermin Aliti, LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

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Europa im Fokus: Aktien mit unerwartetem Potenzial

Der Start in das Börsenjahr 2025 war recht optimistisch - und das obwohl die Aktienmärkte seit der Wahl von Donald Trump bis zum Jahresende bereits kräftig zugelegt hatten. Nun muss Donald Trump, der am 20. Januar 2025 seine zweite Amtszeit begonnen hat, die hohen Erwartungen erfüllen. Nicht nur den amerikanischen, sondern auch den europäischen Aktienmarkt sollten Anleger aber im Blick behalten, finden sich auf dem alten Kontinent doch attraktive Unternehmen zu günstigen Bewertungen.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 21. Januar 2025 – Mit dem Amtsantritt von Donald Trump als 47. Präsident der USA richten sich die Blicke vieler Anleger auf die USA. Mit Vorschusslorbeeren haben die Aktienmärkte die erneute Präsidentschaft des republikanischen Politikers bereits bedacht. Nun geht es darum, dass Trump diesen Vorabbonus rechtfertigt. Auch Europa wartet mit Spannung darauf, wie sich Trump gegenüber dem alten Kontinent positioniert.

Europäische Aktien sind günstiger als US-Titel
Apropos Europa: Zwar könnte sich die US-Börse – nicht nur, aber auch wegen der Trump´schen „America-First-Politik – 2025 besonders robust präsentieren, doch auch der europäische Aktienmarkt bietet attraktive Renditechancen. Ein Grund: Europäische Unternehmen sind im Vergleich zu US-Werten weitaus günstiger bewertet. So wird der US-Aktienindex S&P 500 derzeit mit einem Kurs-GewinnVerhältnis von rund 22 bewertet, während der europäische STOXX Europe 600 auf ein Verhältnis von 14 kommt. Dieser Bewertungsunterschied zugunsten europäischer Aktien ist historisch betrachtet überdurchschnittlich hoch.

In Euroland sinken die Zinsen 2025 voraussichtlich stärker als in den USA
Ein weiteres, womöglich noch wichtigeres Argument: Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, erwarten Analysten doch für Europa signifikant mehr Zinssenkungen als in den USA. Eine Folge davon sind sinkende Finanzierungskosten der Unternehmen. Und dies führt dazu, dass Unternehmen ihre Rentabilität steigern können, was wiederum einen positiven Effekt auf die Aktienkurse haben könnte.

Zusätzlich ist der Euro im Vergleich zum US-Dollar aufgrund der Zinsunterschiede zuletzt stärker zurückgegangen. Dies kommt dem exportlastigen Euroland - und vor allem Deutschland - zugute. Ein schwächerer Euro macht das Einkaufen aus dem Ausland günstiger, was die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Exporteure steigert und somit den Exportsektor in Europa unterstützt.

In Verbindung mit dieser Entwicklung könnte Europa auch in wirtschaftlicher Hinsicht positiv überraschen. Zwar wird die US-Wirtschaft nach Schätzungen in diesem Jahr um 2,0 Prozent wachsen und somit stärker als Europa; Prognosen zufolge soll das BIP-Plus für den alten Kontinent 2025 bei 1,5 Prozent liegen. Doch im Vergleich zu 2024 dürfte die BIP-Differenz deutlich geringer ausfallen. 2024 wuchs die USVolkswirtschaft mit einer Rate von 2,4 Prozent, während Europa nur auf einen Zuwachs von 0,7 Prozent kam.

Erfreulich ist zudem, dass die EU und auch die einzelnen europäischen Länder daran arbeiten, die Energie-Abhängigkeit von einem einzigen Land – sprich Russland – sukzessive zu reduzieren und die Energiequellen stärker zu diversifizieren. Dies sorgt für mehr wirtschaftliche und politische Stabilität, was Unternehmen und Konsumenten zugutekommt.

Mögliches Ende des Ukraine-Kriegs wäre sehr positives Signal
Als eine der Stärken der Europäischen Union galt bislang das hohe Maß an politischer Stabilität. Doch dieses Image leidet gerade sehr. So war und ist die Regierungsbildung in Frankreich und Österreich von großen Schwierigkeiten begleitet. In Deutschland hat die amtierende Regierung, nach dem Scheitern der Ampel-Koalition, keine Mehrheit mehr im Bundestag. Die Folge ist ein politischer Stillstand und eine schwache Verhandlungsposition Deutschlands und der EU gegenüber der neuen US-Regierung unter Donald Trump. Die vorgezogene Bundestagswahl könnte aber für stabile Verhältnisse sorgen, das politische Vakuum beenden und für einen nicht zu unterschätzenden Schub sorgen. Und: Sollte der Ukraine-Krieg in diesem Jahr beendet werden, könnte das eine Initialzündung sein, um das Wirtschaftswachstum und die weltweite Attraktivität Europas kräftig zu erhöhen.

Doch Vorsicht: Wie ein Damoklesschwert schweben die von Donald Trump angedrohten Zölle über den europäischen Volkswirtschaften. Europa, insbesondere Deutschland, ist stark exportorientiert. Strafzölle auf europäische Produkte würden die Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt mindern. Schätzungen gehen davon aus, dass die deutschen Exporte um bis zu 15 Prozent einbrechen könnten. Das würde die Lage der ohnehin schwachen deutschen Wirtschaft weiter verschlimmern. Optimisten hoffen darauf, dass Trump seine vollmundigen Ankündigungen nicht oder nur eingeschränkt umsetzen wird.

Chancen erhöhen, Risiken reduzieren
Eines steht aber wohl fest: Die politische und wirtschaftliche Lage wird auch 2025 von starken Schwankungen und Unsicherheiten geprägt sein. In diesem Umfeld ist bei der Auswahl von Aktien Fingerspitzengefühl gefragt. Zudem sollten Anleger mehr denn je ihr Vermögen auf mehrere Schultern, spricht Asset-Klassen, verteilen, um so die Rest-Risiken zu reduzieren und die Renditechancen zu erhöhen.

Leitfäden – Praxiswissen für strategische Entscheidungen.

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05. August 2025

Leitfaden Digitaler Nachlass – Ihnen und Ihren Liebsten zuliebe

Ob Online-Banking, E-Commerce-Plattformen, soziale Medien oder Streaming-Dienste – die Zahl der digitalen Berührungspunkte wächst stetig. Und dass in einer zunehmend vernetzten Welt eine immer größere Spur digitaler Daten und Konten hinterlassen wird, ist die logische Konsequenz. Doch was passiert mit diesem digitalen Erbe, wenn wir nicht mehr sind? „Das Gros der Bürgerinnen und Bürger schiebt die Gedanken auf solche und ähnliche Fragen nur zu gerne auf die lange Bank; schließlich beschäftigen sich nur die wenigsten Menschen gerne mit ihrem eigenen Tod“, weiß Raphael Lennartz, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Digitaler Nachlass – Ihnen und Ihren Liebsten zuliebe

Jeder, der das Internet beispielsweise für Einkäufe oder Finanzdienstleistungen nutzt, sollte sich frühzeitig mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen. Weshalb das so wichtig ist, zeigt der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ auf.

Düsseldorf, 05. August 2025 – Ob Online-Banking, E-Commerce-Plattformen, soziale Medien oder Streaming-Dienste – die Zahl der digitalen Berührungspunkte wächst stetig. Und dass in einer zunehmend vernetzten Welt eine immer größere Spur digitaler Daten und Konten hinterlassen wird, ist die logische Konsequenz. Doch was passiert mit diesem digitalen Erbe, wenn wir nicht mehr sind? „Das Gros der Bürgerinnen und Bürger schiebt die Gedanken auf solche und ähnliche Fragen nur zu gerne auf die lange Bank; schließlich beschäftigen sich nur die wenigsten Menschen gerne mit ihrem eigenen Tod“, weiß Raphael Lennartz, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Jeder, der sich selbst und seinen Liebsten eine Menge Arbeit und Kummer ersparen möchte, sollte sich aber frühzeitig mit seinem digitalen Erbe beschäftigen. Denn: „Laut deutschem Erbrecht übernimmt der Erbe mit dem Tod des Erblassers dessen gesamtes Vermögen als Einheit – und dazu gehören nicht nur Geld, Sachwerte sowie weitere physische Gegenstände, sondern auch digitale Vermögensverwerte und Verträge“, erklärt Raphael Lennartz.

Problematisch ist dabei zum einen, dass der Erbe häufig gar nicht weiß, welche Online-Dienste der Verstorbene genutzt hat, und zum anderen die Zugangsdaten womöglich unbekannt sind. Die Hinterbliebenen müssten dann recherchieren, welche Online-Angebote der Erblasser genutzt hat und sich im zweiten Schritt an den jeweiligen Anbieter wenden.

Kurzum: „Die Auseinandersetzung mit dem digitalen Nachlass ist eine wichtige Vorsorge, die Angehörigen in einer emotional ohnehin schwierigen Zeit viel Arbeit und Unsicherheit ersparen kann“, so Berater Raphael Lennartz und fügt hinzu: „Der Erblasser stellt auf der anderen Seite sicher, dass seine Wünsche bezüglich seiner digitalen Identität und Daten nach seinem Tod auch tatsächlich umgesetzt werden.

Doch welche Maßnahmen sollten Internetnutzerinnen und -nutzer wann konkret in die Wege leiten? Der Reihe nach.

1. Bestandsaufnahme der digitalen Konten und Dienste
Der erste Schritt ist eine umfassende Inventur. Heißt: Prüfen, wo überall eine digitale Präsenz besteht, z.B.

  • E-Mail-Konten
  • Soziale Medien: Profile auf Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn etc.
  • Online-Shopping & E-Commerce: Konten bei Händlern wie Amazon, eBay oder Zalando.
  • Streaming-Dienste & Abonnements: Netflix, Spotify, Zeitungs-Abos, Software-Lizenzen.
  • Finanzdienstleister: Online-Banking, Finanzplattformen wie beispielsweise PayPal oder Klarna, gegebenenfalls Kryptowährungsbörsen.
  • Cloud-Dienste: Digitale Speicherangebote von beispielsweise Google, Microsoft, Apple oder Dropbox
  • Eigene Websites, Blogs, Wallets für Kreditkarten, Treue- und Kundenkarten, Tickets etc.

Diese Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alle weiteren Schritte und hilft, nichts Wichtiges zu vergessen.

2. Zugangsdaten sicher dokumentieren und verwahren
Nachdem die digitalen Konten erfasst sind, geht es um die Zugangsdaten. „Diese müssen so dokumentiert und verwahrt werden, dass eine vertraute Person im Bedarfsfall darauf zugreifen kann, gleichzeitig aber ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet ist“, erklärt Berater Raphael Lennartz. Denkbar ist etwa, dass diese sensiblen Informationen an einem sicher verwahrten Ort – beispielsweise in einem Safe oder Bankschließfach – hinterlegt werden.

3. Verwalter für den digitalen Nachlass bestimmen
Eine oder mehrere Vertrauenspersonen benennen, die sich um den digitalen Nachlass kümmern sollen. Dies können Angehörige, Freunde oder auch ein professioneller Dienstleister sein. Wichtig: „Diese Personen sollten das volle Vertrauen des Erblassers genießen – und im Idealfall über digitale Grundkenntnisse verfügen“, meint Experte Raphael Lennartz

4. Testament und Vorsorgevollmacht
Die rechtliche Absicherung ist entscheidend, damit im Fall der Fälle die Wünsche des Erblassers auch tatsächlich umgesetzt werden können.

  • Im Testament können allgemeine Anweisungen zum Umgang mit dem digitalen Erbe festgehalten und Erben benannt werden.
  • Eine Vorsorgevollmacht, die über den Tod hinauswirkt oder eine spezifische Vollmacht für den digitalen Nachlass, ist das zentrale Instrument, um der Vertrauensperson den Zugriff auf Ihre digitalen Konten zu ermöglichen. „Ohne eine solche Vollmacht stoßen Angehörige oft auf erhebliche rechtliche Hürden bei der Kommunikation mit den Anbietern“, weiß Berater Raphael Lennartz.
  • Es sollte klar kommuniziert werden, welche Handlungen der Bevollmächtigte vornehmen darf, wie z.B. Konten löschen, Daten sichern oder Verträge kündigen. Darüber hinaus muss die Vertrauensperson natürlich wissen, welche digitalen Konten existieren und wo die Zugangsdaten zu finden sind.
  • Eine notarielle Beurkundung der Vollmachten wird dringend empfohlen, da dies die Akzeptanz bei den verschiedenen Online-Diensten und Behörden deutlich erhöht.

5. Spezifische Anweisungen
Über die allgemeine Verwaltung hinaus kann es zudem überaus hilfreich sein, detaillierte Anweisungen für bestimmte Konten zu formulieren.

  • Soziale Medien: Soll das Profil gelöscht, in einen Gedenkzustand versetzt oder bestimmte Inhalte vorher gesichert werden?
  • E-Mail-Konten: Sollen diese gelöscht werden, oder gibt es wichtige Kontakte, die über den Tod des Erblassers informiert werden müssen?
  • Cloud-Dienste: Sollen die dort gespeicherten Daten wie etwa Fotos oder Dokumente gesichert, für bestimmte Personen freigegeben und anschließend gelöscht werden?

Fazit: „Die rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem digitalen Nachlass ist ein Akt der Fürsorge für die liebsten Hinterbliebenen und ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden persönlichen Vorsorge. Wir empfehlen daher, dieses Thema nicht auf die lange Bank zu schieben und sich frühzeitig umfassend zu informieren und zu handeln“, erklärt Berater Raphael Lennartz.

15. Juli 2025

Leitfaden Immobilieninvestment – Sachwerte als stabile Kapitalanlage nutzen

Immobilien gelten als wertstabil, inflationsgeschützt und renditestark – vorausgesetzt, die Strategie stimmt. Der Leitfaden beleuchtet verschiedene Formen des Immobilieninvestments: vom klassischen Kauf über Pflegeimmobilien bis hin zu indirekten Beteiligungen via Immobilienfonds. Dabei werden Chancen, Risiken und steuerliche Aspekte genauso thematisiert wie die Frage, für wen sich welches Modell besonders eignet. Wer sein Vermögen durch Sachwerte absichern oder diversifizieren möchte, findet hier fundierte Orientierung.

Der Traum vom Eigenheim – eine günstige Gelegenheit

Eine eigene Immobilie bietet viele Vorteile und steht auf der Wunschliste vieler Bürgerinnen und Bürger ganz oben. Dank der Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank ist das Tief am Immobilienmarkt inzwischen überwunden und Wohneigentum wieder erschwinglicher. Dennoch müssen potenzielle Immobilienkäuferinnen und -käufer einiges beachten – was genau, zeigt der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Düsseldorf, 15. Juli 2025 – My Home is my castle: Vor allem aus drei Gründen wünschen sich zwei Drittel der Deutschen eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus. Auf Platz eins steht die Sicherheit vor einer Kündigung durch den Vermieter, gefolgt von der Immobilie als wirksame Form der Altersvorsorge und dem generellen Wunsch nach einem Leben in den eigenen vier Wänden. Für rund 70 Prozent der Bevölkerung sind das die Hauptgründe für den Kauf einer eigenen Immobilie – und es gibt noch viele weitere, wie etwa den Aufbau vererbbarer Vermögenswerte oder die Gestaltungsfreiheit. Das sind einige Ergebnisse der umfangreichen Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland 2025“.

Weniger als 50 Prozent leben in ihrer eigenen Immobilie
Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland nur wenig Wohneigentum. „Nicht einmal die Hälfte der Deutschen wohnt im Eigenheim, in der europäischen Union sind es im Durchschnitt 69 Prozent der Bevölkerung. Es überrascht also nicht, dass in Deutschland die Sehnsucht nach der eigenen Immobilie besonders ausgeprägt ist“, erklärt Jennifer Wieland, Beraterin der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Dass dennoch nur 47 Prozent der Deutschen im Eigenheim wohnen, hat vielfältige Gründe: So gibt es zwischen Kiel und Konstanz beispielsweise zu wenige Neubauflächen. Hinzu kommen hohe Finanzierungssummen und ein verhältnismäßig gut funktionierender Mietmarkt.

„Doch gerade der Mietmarkt wurde in den vergangenen Jahren durch deutlich höhere Kaltmieten und kräftig gestiegene Wohnnebenkosten für viele Mieter zu einer großen Belastung“, weiß Expertin Wieland. Parallel hat sich der Markt für Immobilien konsolidiert und die Immobilienpreise sind nach dem mehr als zehn Jahre währenden Immobilienboom in den vergangenen drei Jahren leicht gesunken. Auslöser dafür waren unter anderem die massiven Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) ab Sommer 2022, die steigende Bauzinsen nach sich zogen und Immobilienfinanzierungen deutlich verteuerten.

Tal der Tränen ist durchschritten
Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie zu kaufen, dem bieten sich aktuell dennoch gute Marktbedingungen. Grund: Nach dem Zinserhöhungszyklus folgten eine Reihe von Zinssenkungen. „Nach insgesamt acht Zinssenkungen der EZB seit Juni 2024 ist der Leitzins von 4,5 auf 2,15 Prozent gesunken. Dadurch sind auch Immobilienfinanzierungen spürbar günstiger geworden“, so Beraterin Wieland. Zugleich hat der Wohnimmobilienmarkt die Talsohle durchschritten, Nachfrage und Angebot sowie die Immobilienpreise weisen wieder moderate Zuwachsraten auf. Wie kräftig die Preise gestiegen sind beziehungsweise noch steigen könnten, wird dabei in erster Linie von der Lage und dem Zustand der jeweiligen Immobilie bestimmt.

Der Zeitpunkt für den Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie ist daher günstig. In einem Umfeld steigender Immobilienpreise finanzieren Banken den Immobilienkauf wieder bereitwilliger und das Angebot auf dem Immobilienmarkt nimmt zu. Zudem ist die Inflationsrate gesunken, was Baukosten und finanzierungen besser kalkulierbar macht. Außerdem will die neue Regierung den Wohnungsmarkt entlasten, mehr und schnellere Baugenehmigungen ermöglichen und die energetische Sanierung von Altbauten vorantreiben.

Gute Aussichten für das Eigenheim als Kapitalanlage
Wer das aktuell recht günstige Marktumfeld für den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses nutzen möchte, muss aber noch eine entscheidende Hürde meistern: Die ideale Immobilie oder das richtige Bauprojekt identifizieren, das in Größe, Lage, Ausstattung und Finanzierbarkeit zu einem passt. „Wer sich zu den Möglichkeiten einer Immobilienfinanzierung beraten lässt, wird dabei oftmals überrascht sein, wie hoch das Budget für einen Immobilienkauf bei intelligenter Planung sein darf“, weiß Jennifer Wieland.

Mit Blick auf die Wertentwicklung einer Immobilie sollten Hauskäuferinnen und käufer unbedingt auf eine gute Lage und eine möglichst hohe Energieeffizienz Wert legen. Ist eine energetische Sanierung notwendig, kann diese gleich in die Finanzierung eingebaut werden. So bieten selbst Altbauten dank hoher Förderungen für energetische Sanierungsmaßnahmen oft viel Potenzial und lohnen einen genaueren Blick.

Miet- und zinsfrei im Alter
Gerade in unsicheren Zeiten und nach der hohen Inflation der vergangenen Jahre kann sich ein Haus- oder Wohnungskauf als mittel- und langfristig cleveres Sachwertinvestment erweisen. Denn Wohneigentum – auch wenn es selbst genutzt wird – ermöglicht einen langfristigen Kapitalaufbau mit Inflationsschutz, der selbst von Börsenkorrekturen weitgehend unberührt bleibt. „Vorausgesetzt, Haus und Grundstück werden instandgehalten, sind Immobilien langfristig wertsteigernd und ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge“, meint auch Beraterin Wieland und fügt hinzu: „Wer solide plant und finanziert, wohnt im Alter zins- und mietfrei“. Eigenheimbesitzer können im Alter zudem durch einen Verkauf oder eine Beleihung auf eine hohe Kapitalreserve zurückgreifen oder die Immobilie dank hoher Freibeträge steuerschonend vererben.

Ein Immobilienerwerb birgt jedoch auch verschiedene Risiken. Zu den Hauptrisiken zählen versteckte Mängel, unerwartete Renovierungs- und Modernisierungskosten sowie finanzielle Risiken durch Zinsänderungen. Auch persönliche Wechselfälle des Lebens wie eine Trennung, Arbeitslosigkeit oder Krankheit sollten berücksichtigt werden. Es ist wichtig, sich dieser Risiken bewusst zu sein und sie bei der Kaufentscheidung und Finanzierungsplanung zu berücksichtigen. Eine umfassende Beratung zahlt sich unter Umständen mehr aus als der günstigste Finanzierungszins.

Sicherheit, Vermögen, Freiheit
Bei weitsichtiger Planung bietet die eigene Immobilie eine Menge Sicherheit: Die monatlichen Raten bleiben während der Zinsbindung – zu empfehlen sind mindestens zehn Jahre – unverändert, die Sorge vor Mieterhöhungen gehört der Vergangenheit an. Eine Kündigung der Wohnung müssen Eigenheimbesitzer auch nicht fürchten. Im Gegenteil: Wer eine Immobilie besitzt, gewinnt mit dem Einzug vielmehr die völlige Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit über die eigenen vier Wände, getreu dem Motto „My home is my castle“.

24. Juni 2025

Leitfaden ETF vs. Investmentfonds – Die richtige Anlageform für Ihre Ziele finden

ETFs und aktiv gemanagte Fonds sind beliebte Bausteine für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch worin liegen die konkreten Unterschiede – und welche Anlageform passt zu welchem Anlegertyp? Der Leitfaden erklärt die wesentlichen Merkmale, Vorteile und Nachteile beider Varianten – von der Kostenstruktur über die Transparenz bis hin zur steuerlichen Behandlung. Wer seine Investmentstrategie gezielt optimieren möchte, erhält hier fundierte Entscheidungshilfen und wertvolle Tipps für die Auswahl geeigneter Produkte.

ETFs vs. Investmentfonds: Weshalb gerade jetzt aktives Management Vorteile bietet

Die Nachfrage von Exchange Traded Funds (ETF) hat in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt. Doch Vorsicht: Nur weil viele Anlegerinnen und Anleger zu ETFs greifen, heißt das nicht, dass sie stets eine gute Wahl sind. Gerade in turbulenten und unsicheren Marktphasen wie derzeit – geprägt von geopolitischen Spannungen, nicht kalkulierbaren US-Zöllen und löchrigen Lieferketten – werden die Schwächen dieser passiven Anlagen mehr und mehr sichtbar. Weshalb aktives Management gerade in herausfordernden Zeiten einen echten Mehrwert bieten kann, zeigt der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Düsseldorf, 24. Juni 2025 – Es sind wohl vor allem die geringen Kosten und die Transparenz der passiv gemanagten Fonds – ein ETF folgt dem Kursverlauf des Referenzwertes nahezu 1:1 –, die bei Investierenden gut ankommen. Hinzu kommt die sogenannte Markteffizienzhypothese. Dies bedeutet: Es wird vermutet, dass alle verfügbaren Informationen bereits in den Preisen der Vermögenswerte enthalten sind – und es daher auch so schwierig ist, den Markt dauerhaft zu schlagen. Aber: Vor allem in unsicheren und volatilen Marktphasen wie derzeit, wird dieser Grundsatz mehr als auf die Probe gestellt. Denn Fakt ist: „Die Börse ist nicht immer effizient; es gibt Fehlbewertungen, die Fondsmanager mit einer fundierten Analyse und ihrer Expertise identifizieren und somit auch ausnutzen können“, erklärt Gerd Loth, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Während ein ETF blind dem Referenzwert folgt – häufig ein Aktien- oder Anleiheindex – und somit auch in die Verlierer der Indizes investiert, agiert ein aktiver Fondsmanager selektiv und konzentriert sich auf Unternehmen, die auch in einem herausfordernden Umfeld resilient sind und im Idealfall sogar davon profitieren. Schließlich ist ein Fondsmanager nicht an die starren Regeln eines Index gebunden. Dies verleiht ihm die notwendige Flexibilität, um auf Veränderungen im Markt zeitnah zu reagieren. Wenn die Stimmung an der Börse dreht, sich die Konjunkturaussichten eintrüben oder bestimmte Sektoren unter Druck geraten, kann ein Fondsmanager also die Allokation entsprechend anpassen und somit die die Risiken reduzieren und die Renditechancen erhöhen.

Investmentfonds können schnell auf Marktveränderungen reagieren
Ein weiterer entscheidender und häufig viel zu wenig beachteter Aspekt ist das aktive Risikomanagement. „In Zeiten erhöhter Unsicherheit geht es zahlreichen Anlegerinnen und Anlegern in erster Linie nicht darum, eine möglichst attraktive Rendite zu erzielen, sondern vielmehr darum, zunächst einmal das Kapital zu erhalten“, weiß Loth – und fügt hinzu: „Aktive Manager analysieren stets die Lage und die Aussichten und reagieren entsprechend, beispielsweise indem in turbulenten Phasen verstärkt in defensive Aktien investiert, Vermögen vom Aktien- in den Anleihemarkt umgeschichtet oder die Cash-Position erhöht wird“. ETF-Anlegerinnen und -Anleger können hingegen nur die Entwicklungen vom Seitenrand verfolgen und hoffen, dass der entsprechende ETF-Basiswert nicht allzu kräftig unter die Räder kommt. Und auch sogenannte aktive ETFs sind in solch turbulenten Marktphasen einem traditionellen Investmentfonds unterlegen. Diese recht neue Fondsgattung hat zwar ein wenig mehr Anlage-Freiheiten als „normale“ ETFs, besitzt aber bei weitem nicht die Flexibilität wie ein klassischer Aktien-, Renten- oder Mischfonds.

Und noch ein ETF-Problem wird häufig übersehen: Zahlreiche Indizes sind nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Das bedeutet, dass Unternehmen, die vom Markt üppig bewertet werden, auch im Index mehr Gewicht erhalten. „Das mag am Anfang einer Hausse kein Problem sein, in fortgeschrittenen Märkten sorgt es aber für eine Prozyklik, die Gefahren birgt“, so Experte Gerd Loth. Wer etwa regelmäßig in einen ETF investiert, der nach Marktkapitalisierung seiner IndexBestandteile gewichtet ist, der priorisiert diejenigen Aktien, die schon stark gestiegen sind. Und dies führt dazu, dass die Chancen von morgen dabei häufig zu kurz kommen.

Zudem sind auch attraktive Nebenwerte oder Unternehmen mit revolutionären Geschäftsmodellen oftmals gar nicht in Indizes vertreten. Folglich bleiben dabei auch ETF-Investierende außen vor. Hier bietet die Expertise eines erfahrenen Fondsmanagements, das Unternehmen vor Ort besucht, Management-Teams trifft und detaillierte Due Diligence betreibt, einen echten Wettbewerbsvorteil.

Aktives Management: Investition in Expertise
Richtig ist aber auch, das aktiv gemanagte Fonds häufig höhere Gebühren als ETFs verlangen – etwa für das Research und die Expertise des ManagementTeams. In ruhigen und steigenden Marktphasen mögen viele Anlegerinnen und Anleger diese Kosten als unnötig erachten. In komplexen und herausfordernden Börsenzeiten jedoch kann sich diese Investition in Professionalität und Erfahrung als überaus lohnend erweisen. Wer bereit ist, für Know-how, Erfahrung und Zeit zu zahlen, kann von einer besseren Risikoadjustierung und der Möglichkeit profitieren, auch in schwierigem Umfeld positive Renditen zu generieren. Es geht darum, das richtige Werkzeug für die jeweilige Marktphase zu wählen. „Und in Zeiten wie diesen, wo der Wind rauer weht, ist ein erfahrener Kapitän am Steuer oft die bessere Wahl als ein Boot, das nur mit dem Strom schwimmt“, sagt Laureus-Berater Loth.

Übersicht vergangener Leitfäden

08. Mai 2025

Leitfaden Investiert bleiben – Warum langfristiges Denken an der Börse belohnt wird

Volatile Märkte, geopolitische Spannungen, konjunkturelle Schwankungen – in unruhigen Zeiten neigen viele Anleger dazu, unüberlegt zu handeln. Doch wer kurzfristig aussteigt, verpasst oft entscheidende Erholungsphasen. Der Leitfaden erklärt, warum konsequentes Investiertbleiben eine der erfolgreichsten Anlagestrategien ist, und wie sich auch in Krisen Ruhe bewahren lässt. Mit anschaulichen Beispielen, Verhaltenstipps und einem klaren Appell für Geduld und Weitsicht.


Investiert bleiben – gerade in volatilen Börsenphasen

Die Kapitalmärkte zeigen sich aktuell von ihrer turbulenten Seite. Geopolitische Unsicherheiten, eine schwächelnde Wirtschaft und das ZollHick-Hack von US-Präsident Donald Trump halten Anlegerinnen und Anleger derzeit in Atem – und lassen die Kurse kräftig schwanken. In solchen Phasen neigen einige Investoren dazu, sich von ihren Wertpapieren zu trennen und erstmal abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt hat. Weshalb das in der Regel keine gute Idee ist, zeigt der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Düsseldorf, 08. Mai 2025 – Der Versuch, zum Tiefpunkt Wertpapiere zu kaufen und am Höchststand zu verkaufen, ist zwar ein verführerischer Gedanke, doch selten von Erfolg gekrönt. Selbst professionelle Investoren scheitern regelmäßig daran.

Market Timing – ein Spiel gegen die Emotionen
Dass Anlegende in der Regel daran scheitern, die perfekten Kauf- und Verkaufszeiträume zu treffen, kommt nicht von ungefähr. Zum einen kann niemand in die Zukunft schauen und sicher prognostizieren, wann Wertpapiere ge- oder verkauft werden sollten. Doch neben der reinen Unvorhersehbarkeit der Märkte spielen auch die menschlichen Emotionen eine entscheidende Rolle. So dominiert in fallenden Märkten die Angst vor weiteren Verlusten, die einen Verkauf der Positionen wahrscheinlich machen – oft nahe dem Tiefpunkt. Steigen die Kurse wieder, zögern viele Anlegerinnen und Anleger zunächst und hoffen in der Folge auf einen Rücksetzer für einen günstigeren Einstieg. Oft investieren sie aber dann erst wieder, wenn bereits ein Großteil der Erholung stattgefunden hat. Dieses prozyklische Verhalten – kaufen, wenn es teuer ist, und verkaufen, wenn es günstig ist – ist das Gegenteil einer erfolgreichen Anlagestrategie.

„Ein nicht zu unterschätzendes Argument gegen das ständige Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren ist die Tatsache, dass ein signifikanter Teil der langfristigen Börsenrendite oft an nur wenigen, besonders starken Handelstagen erzielt wird“, erklärt Uwe Hölscher, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Und: Wer an diesen Tagen nicht investiert ist, weil er gerade versucht hat, den Markt zu „überlisten“, zahlt einen hohen Preis.

Verpassen Sie nicht die besten Börsentage
Wie sehr die Rendite leidet, wenn die besten Tage verpasst werden, zeigt folgendes Beispiel: So weist der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 von Anfang 2005 bis Ende 2024 eine durchschnittliche Rendite von rund 10,4 Prozent pro Jahr auf. Anders gerechnet: Wer im Januar 2005 10.000 Dollar in den Index investierte, konnte sich Ende 2024 über einen Gewinn von fast 62.000 Dollar freuen. Wer hingegen in diesem Zeitraum die zehn besten Tage verpasst hat, erzielte lediglich eine jährliche Rendite von durchschnittlich 6,1 Prozent oder einen Gewinn von knapp 23.000 Dollar. Und wer die besten 20 Tage nicht mitgenommen hat, hat sogar nur eine jährliche Rendite von im Schnitt 3,5 Prozent oder einen Gewinn von rund 9.700 Dollar erzielt. Kurzum: Das Verpassen von nur wenigen sehr guten Börsentagen hat einen überproportional großen negativen Effekt auf die Rendite. Kurzum: Zeitraum schlägt Zeitpunkt.

„Anlegerinnen und Anleger, die sich in Market Timing versuchen, bedenken zudem nicht, dass die stärksten Kurserholungen oft unmittelbar auf Phasen starker Verluste folgen“, gibt Berater Hölscher zu bedenken. Wer aus Angst verkauft, wenn die Kurse fallen, läuft also Gefahr, die anschließende, oft sehr dynamische Aufwärtsbewegung zu verpassen. Volatilität bedeutet eben nicht nur Kursrückgänge, sondern auch die Chance, auf eine attraktive Rendite. Wer an der Seitenlinie steht, partizipiert daran nicht.

Dass es sich lohnen kann, langfristig und dauerhaft zu investieren, zeigt auch ein Blick auf die Entwicklung des DAX. Wer etwa Ende 2005 DAX-Aktien gekauft und bis Ende 2024 gehalten hat, kann sich über eine jährliche Rendite von im Schnitt 7,1 Prozent freuen. Und wer bereits Ende 1990 DAX-Aktien erworben und diese bis Ende 2024 gehalten hat, kommt sogar auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,1 Prozent.

Was bedeutet das nun für Investierende?
Wenn eine Anlagestrategie verfolgt wird, die auf die individuellen finanziellen Ziele, den Anlagehorizont und die Risikobereitschaft abgestimmt ist, sollte auch in herausfordernden Zeiten daran festgehalten werden. Schließlich wurde diese Strategie (hoffentlich) für unterschiedliche Marktphasen konzipiert. Kurzfristige Volatilität sollte daher kein Grund sein, diese Strategie vorschnell über Bord zu werfen. Eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls ein Rebalancing – also eine Anpassung der ursprünglichen Gewichtung verschiedener Anlageklassen – können aber durchaus sinnvoll sein.

Wer hingegen bisher eher spontan und ohne festen Plan investiert hat, kann so volatile Phasen wie derzeit nutzen, um sich grundlegende Fragen zu den finanziellen Zielen, zum Anlagehorizont und der Risikobereitschaft zu stellen – und basierend auf den Antworten eine passende Strategie entwickeln oder sich professionelle Hilfe suchen. „Eine klare Strategie gibt Anlegerinnen und Anlegern Halt und Orientierung, gerade wenn es an den Märkten turbulent zugeht. Und sie hilft, emotionale Kurzschlussreaktionen zu vermeiden“, sagt Uwe Hölscher.

Langfristigkeit und Disziplin schlagen Timing-Versuche
Schwankungen gehören an der Börse dazu. Der Versuch, diese Schwankungen durch kurzfristiges Handeln zu umschiffen, führt häufig dazu, dass die renditestärksten Phasen verpasst werden. Anstatt auf Market Timing zu setzen, sollten Anlegerinnen und Anleger stattdessen investiert bleiben, und auf eine gut durchdachte, langfristige Strategie vertrauen. Wer sein Vermögen diversifiziert – also breit gestreut über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen anlegt – und auch in stürmischen Phasen investiert bleibt, hat gute Chancen, vom langfristigen Potenzial der Kapitalmärkte zu profitieren und seine finanziellen Ziele zu erreichen.

08. April 2025

Leitfaden Mischfonds – Flexibel investieren mit Strategie und Sicherheit

Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen – etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe – und bieten dadurch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag. Gerade für Anleger, die Sicherheit mit Renditechancen verbinden möchten, sind sie ein beliebtes Instrument. Der Leitfaden zeigt, wie Mischfonds funktionieren, welche Varianten es gibt (konservativ bis dynamisch), und worauf man bei Auswahl und Gewichtung achten sollte. Eine kompakte Einführung für alle, die ihr Portfolio diversifizieren wollen.

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Die Mischung macht´s – deshalb sind Multi-Asset-Fonds gerade jetzt eine gute Wahl

Welche Richtung die Kurse an den Kapitalmärkten künftig einschlagen, ist angesichts der nach wie vor herausfordernden Gemengelage schwer vorherzusehen. Gerade deshalb könnte sich nun der Blick auf Mischfonds lohnen. Der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ zeigt, worauf Anlegerinnen und Anleger dabei achten sollten.

Düsseldorf, 08. April 2025 – Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Aufgrund der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump gerieten zwar die Aktienmärkte zuletzt stark unter Druck, unter dem Strich haben sich allerdings die Europäischen Indizes besser als die amerikanischen entwickelt. Dass die Outperfomance etwa des EuroStoxx 50 noch weiter anhält, ist zwar keineswegs gewiss, doch die Chancen dafür stehen so schlecht nicht.

Weshalb der europäische Aktienmarkt aktuell Chancen bieten könnte
Richtig ist zwar, dass der Euroraum laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds mit 1,0 Prozent nur auf ein recht überschaubares Wachstum im laufenden Jahr kommt. Richtig ist aber auch: „Die Europäische Zentralbank hat seit Mitte 2024 schon sechsmal den Leitzins auf aktuell 2,65 Prozent gesenkt – und das kommt auch am Aktienmarkt gut an. Zumal nicht auszuschließen ist, dass die EZB in den kommenden Monaten noch weitere Zinssenkungen vornehmen könnte“, schätzt Dirk Tastler, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Hinzu kommt, dass der europäische Aktienmarkt – gemessen am EuroStoxx 50 – vergleichsweise günstig bewertet ist. So ist der EuroStoxx 50 aktuell mit dem 18-fachen der zu erwartenden Gewinne bewertet, während der breit gestreute US-Index S&P 500 auf ein KGV von rund 23 kommt. Und noch etwas spricht derzeit für den europäischen Aktienmarkt – und zwar die enorm hohen Investitionen in die Infrastruktur und Verteidigung der künftigen Bundesregierung.

Ein zusätzlicher Vorteil für europäische Aktien besteht darin, dass die Geldpolitik der EZB relativ klar erscheint, während die Situation der US-amerikanischen Notenbank Fed weitaus komplexer ist. Die jüngsten Zölle könnten einerseits eine Belastung für die Wirtschaft darstellen, was potenziell Zinssenkungen zur Folge haben könnte. Andererseits besteht jedoch auch das Risiko einer importierten Inflation, was gegen Zinssenkungen spricht und im Extremfall sogar zu Leitzinserhöhungen führen könnte. Die unberechenbare Politik des neuen USPräsidenten Donald Trump – von der Ankündigung von Handelszöllen, die er wenige Tage später wieder zurücknimmt, bis hin zu überraschend eingeführten Maßnahmen – stellt die Notenbanken sowie die Marktteilnehmer vor erhebliche Herausforderungen. „Manche Beobachter mögen das als geschickte Verhandlungstaktik werten, an der Börse sorgt dieses Verhalten aber für eine Menge Unsicherheit“, erklärt Dirk Tastler. Und wenn der Kapitalmarkt eines nicht mag, dann Unsicherheiten.

Nichtsdestotrotz sollte aber nicht ausgeschlossen werden, dass – im Vergleich zum Euroraum – der US-Aktienmarkt schon recht bald wieder die Nase vorn hat. Sicher ist aber letztendlich nur eines – und zwar, dass nichts sicher ist.

Mischfonds überzeugen mit hoher Flexibilität
„Vor allem die nach wie vor globale Gemengelage – gekennzeichnet etwa von einem unberechenbarem US-Präsidenten, dem anhaltenden Ukrainekrieg oder der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten – stellt Anlegerinnen und Anleger vor große Herausforderungen. Und deshalb erscheint es mehr als sinnvoll, dass sich Investorinnen und Investoren möglichst breit und flexibel aufstellen“, empfiehlt Dirk Tastler.

Als ein sinnvoller Depotbaustein bieten sich daher aktuell vor allem Mischfonds an. Grund: Bei den sogenannten Multi-Assets-Fonds kann das Fondsmanagement das Anlagevermögen – je nach den Fondsvorgaben – über viele verschiedene Anlageklassen streuen, also in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Private Equity und weitere alternative Investments. Diese Flexibilität von Mischfonds sorgt auch dafür, dass Verluste in einem Anlagebereich durch Gewinne in einem anderen ausgeglichen werden können. In der Regel weisen die Entwicklungen der einzelnen Assetklassen unterschiedliche Richtungen auf. Geht es also beispielsweise mit Aktienkursen bergab, sind Anleihen häufig sehr gefragt – und umgekehrt.

Durch die Kombination und die unterschiedliche Gewichtung verschiedener Anlageklassen können Multi-Asset-Fonds also das Verlustrisiko verringern und die Rendite optimieren. Zu entscheiden, welche Assetklasse wann über- oder untergewichtet werden sollte, ist aber alles andere als trivial. Zahlreiche Faktoren wie etwa die wirtschaftliche Entwicklung, das Zinsniveau, die Bewertung von Anleihen und Aktien oder geopolitische Risiken beeinflussen die Kurse der verschiedenen Anlageklassen und müssen richtig eingeschätzt werden. Und diese komplexe Aufgabe erfordert eine Menge Zeit und noch mehr Know-how, zumal die einzelnen Faktoren nicht isoliert betrachtet werden dürfen.

Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds
Abhängig von der jeweiligen Marktsituation und dem individuellen Risikoprofil haben Anlegerinnen und Anleger auch die Möglichkeit, eher in wachstumsorientierte Multi-Asset-Fonds zu investieren, die zumeist einen relativ hohen Aktienanteil aufweisen, oder in eher defensive Mischfonds mit einem vergleichsweise hohen Anteil schwankungsärmerer Anlageklassen wie etwa Anleihen. „Bevor Anlegerinnen und Anleger sich für einen Multi-Asset-Fonds entscheiden, sollte die genaue Ausrichtung des jeweiligen Fonds sorgfältig geprüft werden“, rät daher Dirk Tastler.

Welche Variante aktuell besonders sinnvoll ist, hängt von zahlreichen schwer vorhersehbaren Entwicklungen ab. Es sollte aber zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass der Aktienmarkt, der auf lange Sicht weiterhin attraktive Renditechancen bietet, angesichts der derzeit hohen Unsicherheit und Nervosität kurzfristig hohe Schwankungen aufweisen und anfällig für Korrekturen sein könnte – und daher vor allem risikoscheue Anleger eher einen defensiv ausgerichteten Mischfonds wählen könnten.

„Mischfonds sind für Anlegerinnen und Anleger, die von Diversifikation, professionellem Management und flexibler Anpassungsfähigkeit profitieren möchten, eine sinnvolle Depotbeimischung. Die Möglichkeit, in unterschiedliche Anlageklassen zu investieren, kann dazu beitragen, das Risiko zu reduzieren und gleichzeitig die Chancen auf attraktive Renditen zu erhöhen“, fasst Dirk Tastler zusammen.

18. März 2025

Leitfaden Pflegevorsorge – Frühzeitig planen, um später gut versorgt zu sein

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten – die Lücke müssen Betroffene und oft auch deren Angehörige schließen. Zugleich steigt die Zahl pflegebedürftiger Menschen stetig an, während Pflegekräfte und Pflegeplätze knapp werden. Der Leitfaden zeigt, welche finanziellen Herausforderungen im Pflegefall entstehen können, welche privaten Absicherungsmöglichkeiten bestehen und warum frühzeitige Vorsorge unverzichtbar ist. Ein Weckruf für alle Generationen.

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Private Pflegevorsorge: Handeln Sie – je früher, desto besser

Jede pflegebedürftige Person wünscht sich im Fall der Fälle, optimal betreut zu werden. Die Chancen, dass dieser Wunsch erfüllt wird, sind zuletzt aber nicht gerade gestiegen, im Gegenteil. Der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ zeigt auf, woran eine bestmögliche Pflege häufig scheitert und weshalb private Vorsorge unerlässlich ist.

Düsseldorf, 18. März 2025 – Am 01. Januar 2025 war es mal wieder soweit: Der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung wurde erneut angehoben – für Versicherte mit Kindern von 3,4 auf 3,6 Prozent des Bruttoeinkommens, und für kinderlose Versicherte von 4,0 auf 4,2 Prozent. Auf den ersten Blick mag das für den einen oder anderen Versicherten ein Anstieg auf einem vertretbaren Niveau sein. Aber: „Die Beitragssätze zur sozialen Pflegeversicherung steigen immer schneller – und aktuell sieht es nicht nach einer nachhaltigen Trendwende aus“, erklärt Carsten Telaar, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Der Reihe nach.

Rasanter Anstieg der Beitragssätze
Fakt ist: Seit 2016 ist der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung für kinderlose Personen von 2,6 auf aktuell 4,2 Prozent gestiegen, also um 1,6 Prozentpunkte. Versicherte mit Kindern mussten im gleichen Zeitraum ein Plus um 1,25 Prozentpunkte auf nun 3,6 Prozent hinnehmen. In den zehn Jahren zuvor – also von 2005 bis 2015 – wurden die Beitragssätze hingegen lediglich um 0,65 Prozentpunkte angehoben, für Versicherte mit oder ohne Kinder.

Zwar bedarf es des Blicks in die Kristallkugel, um die weitere Entwicklung der Beitragssätze vorherzusagen – und der ist bekanntermaßen nicht allzu seriös. „Doch es gibt viele gute Gründe, weshalb die Kosten rund um die Pflege in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin kräftig steigen dürften – und somit auch die Beitragssätze für die Pflegeversicherung“, schätzt Experte Telaar. So könnten laut der 15. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung im Jahr 2050 bis zu 21,3 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürger 67 Jahre und älter sein. Gegenüber 2021 wäre das ein Zuwachs von fast fünf Millionen Personen. Und man muss kein Prophet sein, um die These aufzustellen, dass damit einhergehend auch die Zahl der pflegebedürftigen Personen zunehmen wird. Bestätigt wird diese Vermutung etwa von der Pflegevorausberechnung des Statistischen Bundesamts, die bis Ende 2035 eine Zunahme der pflegebedürftigen Menschen von derzeit rund 5 Millionen Menschen auf dann 5,6 bis 6,3 Millionen Personen signalisiert. Die Barmer Krankenversicherung erwartet hingegen bis 2030 zwischen 5,9 bis 6,0 Millionen pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 1 bis 5 – und bis 2060 gar einen Anstieg zwischen 6,8 bis maximal 8,3 Millionen Menschen.

Fachkräftemangel wird sich noch weiter verschärfen
Problematisch ist diese Entwicklung aus gleich mehreren Gründen: Da wären zum einen die fehlenden Pflegefachkräfte. Schon jetzt ist der Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften größer als das Angebot – und eine Trendwende ist nicht in Sicht. So erwartet das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis einer Vorausberechnung zum Pflegekräftearbeitsmarkt (Pflegekräftevorausberechnung), dass infolge der Alterung der Gesellschaft in Deutschland bis zum Jahr 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Doch es gibt nicht nur zu wenig Pflegefachkräfte. Laut des „Förderatlas Pflegeimmobilien“, eine Untersuchung des Immobilienberaters Five Quarters und ProHealth, ein Betreiber von Immobilien für die Gesundheitsbranche, bereitet auch die Anzahl der Pflegeplätze Sorge. „In den nächsten 30 Jahren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen laut Statistischem Bundesamt auf 6,8 Millionen Menschen an. Selbst wenn wir die Quote der zu Hause gepflegten Menschen bei 80 Prozent wie aktuell belassen, haben wir einen Mehrbedarf von rund 400.000 Plätzen in vollstationären Pflegeheimen. Das ergibt einen Bedarf an über 13.000 neue Heimplätzen pro Jahr“, sagt Uwe Natter, Geschäftsführer von ProHealth. Bei gleich verlaufender Bauaktivität und konservativen Schätzungen kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass bis 2055 ein Defizit von 70.000 Heimplätzen droht.

Pflegeversicherung übernimmt nicht alle Kosten
Doch selbst wer das Glück hat, einen Pflegeheimplatz zu erhalten, kann sich in der Regel nicht zurücklehnen, muss mit der Finanzierung doch noch ein weiteres Problem gelöst werden. „Wer glaubt, dass die gesetzliche Pflegerentenkasse im Pflegefall alle Kosten übernehmen wird, irrt sich gewaltig“, so Carsten Telaar. Denn, fügt Experte Telaar hinzu: „Immer weniger Beitragszahler in die Pflegeversicherung stehen einer zunehmenden Anzahl von Pflegebedürftigen gegenüber.“ Die Folge: Für einen Pflegeheimplatz müssen die Betroffenen eine Zuzahlung leisten.

Wie hoch dieser Eigenanteil ausfällt, wird von einigen Faktoren bestimmt; dazu zählt etwa das Bundesland, der Pflegegrad und die Dauer in einem Pflegeheim. Dabei gilt: Je länger eine Person in einer Einrichtung der vollstationären Pflege lebt, desto geringer wird der Eigenanteil. So zahlen – laut einer Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) vom 01. Juli 2024 – die zu Pflegenden im Bundesdurchschnitt monatlich einen Eigenanteil von 2.871 Euro im ersten Aufenthaltsjahr. Im zweiten Aufenthaltsjahr beträgt die monatliche Eigenbeteiligung 2.620 und im dritten Jahr 2.284 Euro. Ab dem vierten Jahr weist die Eigenbeteiligung hingegen im Schnitt eine Summe von 1.865 Euro pro Monat auf.

Private Vorsorge ist unerlässlich
Man kann es also drehen und wenden, wie man möchte – wer im Alter auf ambulante und stationäre Pflegeleistungen angewiesen ist, wird gleich mit mehreren Problemen konfrontiert. Und da eine bestmögliche Pflege häufig auch an den finanziellen Mittel scheitert, ist eine private Vorsorge nahezu unerlässlich. Zumal: Reichen die eigenen finanziellen Mittel nicht aus, um die Zuzahlungen zu leisten, werden auch die eigenen Kinder – sofern sie mindestens 100.000 Euro brutto pro Jahr verdienen – zur Kasse gebeten.

Grundsätzlich stehen Interessenten einige Optionen zur Verfügung, um für eine mögliche Pflegesituation vorzusorgen. „Wer welche Vorsorgemöglichkeit wählen sollte, wird jedoch von zahlreichen Faktoren bestimmt – allen voran von den persönlichen Bedürfnissen, finanziellen Möglichkeiten und der individuellen Risikoneigung. Eine pauschale Empfehlung ist daher nicht möglich“, so LaureusBerater Telaar, und fügt hinzu: „Wichtig ist aber vor allem, dass möglichst frühzeitig die Weichen für eine bestmögliche Pflege im Alter gestellt werden. Und wer sich unsicher ist, ob nun eine Pflegerenten-, Pflegekosten oder Pflegetagesgeldversicherung das beste Produkt für einen ist oder womöglich der Vermögensaufbau mit einem breit gestreuten Depot die bessere Wahl ist, sollte sich auf jeden Fall unabhängig beraten lassen“.

06. Februar 2025

Leitfaden Fondssparpläne – Schritt für Schritt zu finanzieller Freiheit

Regelmäßig sparen, flexibel investieren und langfristig profitieren: Fondssparpläne sind ein bewährtes Mittel für den strukturierten Vermögensaufbau. Besonders in unsicheren Zeiten bieten sie Anlegerinnen und Anlegern eine verlässliche Möglichkeit, mit kleinen Beträgen kontinuierlich zu investieren – ohne den „perfekten Einstiegszeitpunkt“ abpassen zu müssen. Der Leitfaden zeigt, wie ein Fondssparplan funktioniert, worauf bei der Auswahl zu achten ist und wie man typische Fehler vermeidet. Ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene, die mit System Vermögen aufbauen wollen.

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Vermögen aufbauen mit Fondssparplänen – auch in herausfordernden Zeiten

Fondssparpläne bieten eine gute Möglichkeit, um auf lange Sicht ein attraktives Vermögen aufzubauen. Weshalb das so ist und worauf Anlegerinnen und Anleger dabei achten sollten, zeigt der Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Düsseldorf, 06. Februar 2025 – Die Börsen sind recht robust ins neue Jahr gestartet. Dies bedeutet nun aber nicht, dass die Unsicherheiten spürbar gesunken sind, sorgen doch in Europa unter anderem geopolitische Risiken, schwaches Wachstum und hohe Energiepreise weiterhin für eine Menge Unruhe. Viele Anlegerinnen und Anleger dürften sich daher fragen, ob ein Investment in diesem Umfeld überhaupt noch sinnvoll ist. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die Welt schien in den letzten Jahrzehnten immer wieder am „Abgrund“ zu stehen – ein Gefühl, das auch heute wohl viele Anlegerinnen und Anleger beschleicht.

Dieses Gefühl ist jedoch ein schlechter Ratgeber – besonders bei der Geldanlage. „Wer sich in der Vergangenheit von Unsicherheiten hätte leiten lassen, wäre womöglich nie am Aktienmarkt investiert gewesen – und hätte somit auch nicht an der langfristig erfreulichen Entwicklung der Aktienmärkte partizipiert“, erklärt Felix Unger, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Die Vorteile von Fondssparplänen
Fakt ist: Unsicherheit gehört untrennbar zum Investieren dazu, denn niemand kann die Zukunft vorhersagen. Um das Risiko und die Unsicherheit zu reduzieren, bieten sich als attraktive Alternative zur einmaligen Geldanlage regelmäßige Einzahlungen in Fondssparpläne an. Diese Strategie verhindert zum einen, dass Anlegerinnen und Anleger zu emotional auf Marktschwankungen reagieren. Sie investieren stets den gleichen Betrag – unabhängig davon, ob die Börsenstimmung euphorisch oder gedämpft ist. In guten Marktphasen kaufen sie automatisch weniger Fondsanteile, in schlechten Marktzeiten dagegen mehr. Dank des Cost-Average-Effekts ergibt sich somit langfristig ein attraktiver Durchschnittskurs – ein Vorteil, der sich insbesondere in volatilen Märkten bemerkbar macht.

„Vor allem breit diversifizierte Investmentfonds reduzieren die Risiken und erhöhen auf der anderen Seite langfristige Erfolgschancen“, so Experte Felix Unger. Als eine gute Wahl könnten sich vor allem global investierende Aktienfonds erweisen, da Aktien langfristig die höchsten Renditen erzielen. Für diejenigen, die das Risiko noch ein wenig stärker reduzieren möchten, sind Mischfonds eine gute Option, da sie die Chancen der Anlage in Aktien mit der Stabilität anderer Anlageklassen kombinieren und flexibel anpassen können.

Mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen
Ein Blick in die Statistik des Fondsverbands BVI zeigt zudem das Potenzial von Fondssparplänen: Aktiv gemanagte, weltweit investierende Aktienfonds erzielten in den vergangenen zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 7,6 Prozent. Die Folge: Wer monatlich 100 Euro investierte, hat nach zehn Jahren bei einer Einzahlung von 12.000 Euro ein Endkapital von etwa 17.700 Euro aufgebaut, inklusive aller Fondskosten.

Dabei wirkt sich bei Fondssparplänen vor allem der Faktor Zeit positiv aus: Über 20 Jahre erzielten Anlegerinnen und Anleger bei konstanter Sparrate mit weltweiten Aktienfonds im Schnitt eine jährliche Rendite von 7,8 Prozent und bauten ein Vermögen von 56.200 Euro auf. Über 35 Jahre wuchs das Vermögen auf etwa 190.500 Euro an – bei einer Gesamteinzahlung von nur 42.000 Euro und einer jährlichen Rendite von durchschnittlich 7,5 Prozent. Vor allem der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass sich das Kapital mit zunehmender Laufzeit immer stärker vermehrt.

Früh anfangen lohnt sich
Nicht von ungefähr lautet daher der Rat: Je früher Anlegerinnen und Anleger starten, desto positiver wirkt sich der Zinseszinseffekt aus. Ein weiterer Pluspunkt von Fondssparplänen ist ihre Flexibilität. „Im Gegensatz etwa zu starren Sparformen können Anlegerinnen und Anleger ihre Einzahlungen jederzeit anpassen oder pausieren, wenn sich beispielsweise ihre finanzielle Situation ändert“, weiß Experte Unger. Auch bei der Fondsauswahl bleiben Anlegerinnen und Anleger flexibel. Fondssparpläne sind eine hervorragende Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen – auch mit kleinen Beträgen. Wer geduldig und diszipliniert investiert, kann von der Wertentwicklung der Märkte profitieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im langfristigen Denken.

29. Januar 2025

Leitfaden Elementarversicherung – Extremwetter absichern, Vermögen schützen

Überschwemmungen, Starkregen, Erdrutsche: Naturgefahren treten in Deutschland immer häufiger auf – und verursachen teils massive Schäden an Wohngebäuden und Hausrat. Dennoch fehlt vielen Immobilienbesitzerinnen und -besitzern eine passende Elementarschadenversicherung. Dieser Leitfaden zeigt auf, warum die klassische Wohngebäudeversicherung nicht ausreicht, welche Risiken ohne Zusatzschutz bestehen und worauf es bei einer fundierten Absicherung gegen Elementarschäden ankommt. Eine praxisnahe Orientierung für alle, die ihr Eigentum wetterfest versichern wollen.


Unverzichtbarer Schutz für Immobilienbesitzer

Warum eine Elementarversicherung für jeden Immobilienbesitzer unerlässlich ist und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie im Leitfaden der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Düsseldorf, 29. Januar 2025 – Der Klimawandel macht sich zunehmend durch extreme Wetterereignisse bemerkbar. Das ist keine Vermutung, sondern eine durch Fakten gedeckte Tatsache. So war laut Deutschem Wetterdienst der Zeitraum von Juli 2023 bis Juli 2024 die niederschlagreichste Periode seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat auch Folgen für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer, führen die zunehmenden Niederschläge doch auch dazu, dass Naturgefahren wie Überschwemmungen, Rückstaus und Sturmschäden immer häufiger und intensiver werden. „Für Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer ist es daher unerlässlich, sich mit dem Gedanken an eine Elementarversicherung auseinanderzusetzen“, empfiehlt Carsten Telaar, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Existenzbedrohende Risiken reduzieren
Immobilienbesitzerinnen und -besitzer sind sich zwar oft der Notwendigkeit einer Gebäudeversicherung bewusst – also jene Police, die Standardrisiken wie Feuer, Leitungswasser und Sturm abdeckt. „Doch viele unterschätzen die Gefahren, die durch Naturereignisse wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Erdrutsche entstehen können“, weiß Versicherungsexperte Telaar. Hier kommt die Elementarversicherung ins Spiel, die einen umfassenden Schutz gegen solche Naturkatastrophen bietet und damit einen unverzichtbaren Baustein für jeden Immobilienbesitzer darstellt. Konkret deckt die Elementarversicherung unter anderem Schäden ab, die etwa durch Überschwemmungen, Starkregen, Erdrutsche, Schneedruck, Lawinen, Erdbeben und Vulkanausbrüche entstanden sind. Damit bietet sie einen umfassenden Schutz für eine breite Palette an Risiken, die durch den Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnen – und schützt Immobilienbesitzerinnen und -besitzer vor finanziellen Belastungen, die im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein können.

Der Teufel steckt häufig im Detail
Doch Vorsicht: Elementarversicherung ist nicht gleich Elementarversicherung; wie so häufig steckt auch hier der Teufel im Detail. „Immobilienbesitzerinnen und -besitzer, die mit dem Gedanken einer Elementarversicherung spielen, sollten vor Vertragsabschluss die Angebote verschiedener Versicherer genauestens vergleichen – und dabei vor allem auf den Deckungsumfang sowie die möglichen Ausschlüsse achten“, empfiehlt Carsten Telaar. So gibt es etwa Versicherungsverträge, die nur bestimmte Überschwemmungen absichern und durch Ausschlüsse die Schadenfälle mit Leistungsbezug eingrenzen. Konkret bedeutet dies: Es wird etwa eine Elementarschadenversicherung angeboten, die ausdrücklich nur gegen Hochwasserschäden absichert, die Überschwemmung muss demnach also von stehenden oder fließenden Gewässern entstanden sein. Ein anderer Vertrag sichert hingegen nur die Schäden ab, die durch Starkregen verursacht werden. Aber auch die Wartezeiten, die nach Vertragsabschluss gelten, bevor der Versicherungsschutz greift, sollten vor Vertragsabschluss ebenfalls geprüft werden. Oftmals können Wartezeiten von mehreren Wochen oder sogar Monaten bestehen, bis der volle Schutz in Kraft tritt.

Und selbstverständlich variieren auch die Höhe der Versicherungsprämie und die Selbstbeteiligung im Schadensfall je nach Anbieter und individueller Risikobewertung. Eine höhere Selbstbeteiligung kann die Prämien zwar senken, bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass die betroffenen Eigentümer im Schadensfall einen größeren Eigenanteil tragen müssen. „Im Idealfall finden Eigentümer eine Balance, die sowohl die finanzielle Situation als auch den gewünschten Schutz berücksichtigt“, so Experte Telaar. Sinnvoll erscheint daher auch, eine individuelle Risikobewertung der Immobilie vornehmen zu lassen. Dabei wird geprüft, wie hoch das Risiko für Naturgefahren wie Überschwemmungen oder Erdrutsche an dem entsprechenden Standort ist. Diese Bewertung kann durch öffentliche Institutionen oder private Gutachter erfolgen und gibt Aufschluss darüber, wie notwendig ein umfassender Versicherungsschutz ist.

Schauen Sie ganz genau hin
Fakt ist: „Die Elementarversicherung ist ein essenzieller Baustein im Schutzkonzept für Immobilienbesitzer und zählt gemeinsam mit der Wohngebäudeversicherung zu den wichtigsten Versicherungen für Immobilieneigentümer“, weiß Experte Telaar. Zumal die Elementarversicherung angesichts der steigenden Risiken durch den Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Informieren Sie sich ausführlich, vergleichen Sie Angebote und entscheiden Sie sich für einen Anbieter, der Ihren individuellen Schutzbedürfnissen am besten gerecht wird – oder lassen Sie sich umfassend beraten und bestehen Sie darauf, dass Ihnen alle Vertragsbedingungen transparent und verständlich erläutert werden“, empfiehlt Carsten Telaar.

Neue Serie: Plötzlich reich – und jetzt?

Ein unerwartetes Vermögen kann Türen öffnen – oder auch überfordern. In unserer Serie „Plötzlich reich“ zeigen wir, wie sich finanzielle Zufälle in nachhaltigen Wohlstand verwandeln lassen. Vom ersten Schritt nach dem Geldsegen bis zur langfristigen Anlagestrategie: Erfahre, wie Du Dein Vermögen sicher strukturierst, clever investierst und für die Zukunft aufbaust.


SEPTEMBER 2025

Teil 1 - Plötzlich reich

Ein unerwartetes Erbe oder ein Lottogewinn kann das Leben auf den Kopf stellen. Plötzlich beispielsweise eine halbe Million Euro zu besitzen, kann schließlich der Start in eine neue finanzielle Ära sein, birgt neben Chancen aber auch Risiken. Das Thema ist so komplex, dass sich die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ für eine sechsteilige Serie entschlossen hat. Der erste Teil von „Plötzlich reich“ zeigt auf, wie die ersten richtigen Entscheidungen getroffen und aus einem Barvermögen ein stabiles Fundament für die Zukunft geschaffen werden können.

> Teil 1 der Serie „Plötzlich reich“

Plötzlich reich: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen

Düsseldorf, 10. September 2025 – Wer plötzlich und unverhofft 500.000 Euro besitzt, kämpft oftmals mit gemischten Gefühlen: Überschwängliche Euphorie und Glück, aber auch Überforderung und die Angst, Fehler zu machen. Bevor Sie irgendwelche Entscheidungen treffen, sollten Sie sich daher bewusst machen: Sie haben Zeit und müssen nichts überstürzen. „Wer in solch einer Phase Ruhe bewahrt und die nächsten Schritte wohlüberlegt angeht, hat die größten Fehler bei Geldanlage und Vermögensplanung bereits vermieden“, Dirk Tastler, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Zwar sind 500.000 Euro eine beeindruckende Summe, aber eben auch noch kein Betrag, der in der Regel – vor allem ohne weiteres Einkommen – ein finanziell sorgenfreies Leben ermöglicht. Daher ist es ratsam, zunächst auf teure Anschaffungen und Luxuskäufe zu verzichten; zumindest so lange, bis klar ist, welche Ziele mit dem Geld in welcher Zeit angestrebt werden und wo die mittel- bis langfristigen Prioritäten liegen. Das kann zum Beispiel die Erfüllung eines Traums sein, etwa eine Weltreise oder eine Immobilie, ein regelmäßiges Zusatzeinkommen oder ein Kapitalpolster für den Ruhestand. Denkbar ist auch, dass ein Teil dieser Summe an die Kinder oder Enkelkinder weitergereicht wird.

Der erste Schritt: Die Notfall-Reserve
„Bevor vorschnelle Investitionen getätigt werden, sollte zunächst einmal die Liquidität gesichert werden. Sinnvoll ist auch ein zusätzliches Notfall-Konto, auf das schnell zugegriffen werden kann“, empfiehlt Dirk Tastler. Hier sollte ein Betrag liegen, der Ausgaben für drei bis sechs Monate deckt. Dieses Geld dient als Puffer für unvorhergesehene Ereignisse wie eine Autoreparatur oder ein Jobverlust. Der Betrag sollte auf einem Tagesgeldkonto oder in Geldmarktfonds geparkt werden, da er dort sicher ist, Zinsen bringt, aber auch jederzeit schnell verfügbar bleibt.

Strategie statt Gier: Ihr persönlicher Finanzplan
Fakt ist: Ein großes Vermögen erfordert eine Strategie. Doch das hört sich einfacher an, als der eine oder andere nun denken mag, zumal die eine Strategie für alle Anlegerinnen und Anleger nun mal nicht existiert. Grund ist, dass jeder langfristige Anlageplan von zahlreichen Parametern – unter anderem von den Zielen, der Risikobereitschaft und dem Alter – bestimmt wird und daher individuell erstellt werden muss.

Vor allem der zur Verfügung stehende Anlagehorizont ist entscheidend – also die Zeit, die noch bleibt, bis das Kapital benötigt wird. „Je größer der Anlagehorizont, desto geringer das Verlustrisiko, da an der Börse vorübergehende Verluste langfristig wieder ausgeglichen werden können. Hinzu kommt, dass der Zinseszinseffekt erst auf lange Sicht seine Stärke richtig ausspielt“, weiß Laureus-Experte Dirk Tastler. Im Umkehrschluss bedeutet dies: „Wird das Investmentkapital schon nach wenigen Jahren benötigt, sollten allzu große Risiken gemieden werden“, fügt Tastler hinzu.

Eine guter Investmentplan basiert häufig auf drei Komponenten:
1. Sicherheit (rund10bis20Prozent):
HiersolltenAnlegerinnenundAnlegerdas Geld zum Beispiel in Festgeld, Geldmarktfonds, risikoarme, kurzfristig laufende Anleihen oder besser kurzfristig laufende Rentenfonds investieren, dieauch in Krisen oder in turbulenten Börsenphasen nur geringfügige Schwankungen aufweisen und wenig im Wert verlieren – oder vielleicht sogar gerade dann an Wert gewinnen. Auch physisches Gold sollte hier genannt werden, das traditionell eine sichere Anlage in Krisenzeiten darstellt.

2. Rendite (circa 60 bis 70 Prozent): Dies ist der Teil des Vermögens, der wachsen soll. Je nach Risikobereitschaft und Anlagehorizont kann dieser Anteil in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Fonds oder alternative Investments wie Private Equity fließen. Entscheidend ist dabei vor allem: die verschiedenen Assetklassen so zu mischen und zu gewichten, dass es zum persönlichen Risikoprofil und den Anlagezielen passt. Eine entsprechende Streuung des Anlagekapitals – Stichwort Diversifikation – ist dabei elementar, um die Renditechancen zu erhöhen und die Verlustrisiken zu minimieren.

3. Spekulation (maximal 10 Prozent): Wer das Risiko nicht scheut, kann diesen Teil als zusätzlichen Renditeturbo nutzen. Hier kann etwa in Kryptowährungen, Start-ups oder Wachstumsaktien von kleineren und mittleren Unternehmen investiert werden. Weil diese Investments deutlich höhere Risiken bergen, sollte hier nur Geld investiert werden, auf dass die Investierenden im schlimmsten Fall vollständig verzichten können.

Psychologische Fallstricke: So meiden Sie die größten Fehler
Ganz gleich, in welche Assetklasse investiert wird, grundsätzlich gilt: Je chancenreicher und damit auch risikoreicher ein Investment ist, desto besser müssen die Nerven des Anlegers sein. Einer der häufigsten Anlegerfehler ist der Panikverkauf aus Verlustangst. „Anlegerinnen und Anleger müssen sich klarmachen, dass Kursrückgänge völlig normal sind, sich die Börse – das zeigt ein Blick in die Vergangenheit – auf lange Sicht jedoch immer wieder erholt hat“, erklärt Laureus- Experte Dirk Tastler.

Auf der anderen Seite sollten Anlegerinnen und Anleger aber auch keine allzu hohen Renditeerwartungen haben und damit einhergehend zu hohe Risiken eingehen. Auch jedem Trend hinterherzulaufen und das eigene Depot häufig umzuschichten, macht sich in der Regel nicht bezahlt. Wer Aktien und Anleihen häufig kauft und verkauft, zahlt hohe Transaktionsgebühren, erreicht unter dem Strich jedoch nur selten eine höhere Rendite. Im Gegenteil: „Hektisches Kaufen und Verkaufen ist vor allem ein Zeichen dafür, dass eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Strategie fehlt und auf lange Sicht somit wohl kaum die ursprünglichen Ziele erreicht werden können“, meint Experte Tastler. Es gibt eine alte Börsenweisheit die besagt: “Hin und her macht Taschen leer.”

Langfristigkeit siegt: Das Geheimnis des Zinseszinseffekts
Der größte Feind des Anlegers ist die Inflation und der stärkste Verbündete der Zinseszinseffekt. Wenn etwa 500.000 Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent pro Jahr angelegt werden, würde sich das Vermögen in weniger als zwölf Jahren verdoppeln. Das funktioniert aber nur, wenn das Geld investiert bleibt und die Zinsen und Dividenden reinvestiert werden.

Wichtig ist zudem, dass etwa alle zwölf Monate das Depot überprüft werden sollte, ob die Portfoliozusammensetzung noch der Anlagestrategie entspricht oder ob sich durch Kursbewegungen Ungleichgewichte und Klumpenrisiken gebildet haben. In der Fachsprache sagt man dazu, man führt ein Rebalancing durch. Dann sollte bei Bedarf nachjustiert werden. Hier kann es auch sinnvoll sein, Anlagen, die kurzfristig an Wert verloren haben, deren Aussichten aber weiter gut sind, aufzustocken. Dieses sollte ein fester Bestandteil des Gespräches mit Ihrem Anlageberater sein.

Ein unerwartetes Vermögen ist eine fantastische Chance, um die Grundlagen für ein finanziell sorgenfreies Leben zu legen. Ein gut durchdachter Plan, der konsequent verfolgt wird, ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Oktober 2025

Teil 2 - Plötzlich reich mit 30

Unerwarteter Reichtum in jungen Jahren kann Türen öffnen und Möglichkeiten schaffen, wenn er denn mit Bedacht genutzt wird. Im ersten Teil der Ratgeber- Serie „Plötzlich reich“ hat die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ bereits geschildert, wie sich Fehler im Umgang mit dem neuen Vermögen vermeiden lassen und wie man es sinnvoll strukturiert. Im zweiten Teil geht es nun darum, wie eine halbe Million Euro schon in jungen Jahren klug investiert wird, damit sie ihr volles Potenzial entfaltet.

> Teil 2 der Serie „Plötzlich reich“

Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten

Düsseldorf, 21. Oktober 2025 – Mit Anfang 30 zu einem Vermögen zu kommen, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten. Wer plötzlich eine hohe Summe, beispielsweise 500.000 Euro, auf dem Konto hat, denkt vielleicht sofort an ein neues Haus, ein neues Auto oder eine Weltreise. Doch diesem Impuls sollten Betroffene nicht einfach nachgeben. Sehr viel sinnvoller ist es, strategisch vorzugehen.

Zunächst kommt es darauf an, Vorsorge für elementare Risiken zu treffen und die Liquidität zu sichern. Auch vorhandene Schulden sollten in der Regel zunächst getilgt werden, da Kreditzinsen die mögliche Durchschnittsrendite bei einer Kapitalanlage zumeist überschreiten und den finanziellen Spielraum einengen. „Erst wenn existenzielle Risiken abgesichert sind, geht es darum, das Geld für die Verwirklichung der persönlichen Wünsche und Ziele möglichst klug zu nutzen“, sagt Dennis Weiß, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

In 30 Jahren zum Multimillionär
Um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen, ist es unerlässlich, sich zunächst über die wichtigsten Ziele und Wünsche klar zu werden, diese zu priorisieren und sich zu überlegen, bis wann sie realisiert werden sollten. Was zum Beispiel soll in fünf bis zehn Jahren erreicht werden, was bis zum Ruhestand? Steht eine eigene Immobilie ganz oben auf der Wunschliste oder hat ein üppiges Finanzpolster für die Familie Priorität? Mit einer halben Million Euro Kapital rücken große Ziele, die nur mit dem Arbeitseinkommen sehr schwer realisierbar sind, schon erheblich näher. Auf der anderen Seite genügen 500.000 Euro in diesem Alter noch nicht, um allein von den Erträgen und Zinsen zu leben. „Wer noch jung ist und eine halbe Million Euro clever investiert, hat aber die Chance, sein Vermögen so zu vermehren, dass er im Alter von den Erträgen leben kann – und zwar, ohne das Kapital aufzuzehren. Der größte Vorteil bei einem Investment mit Anfang 30 ist dabei der lange Anlagehorizont über mehrere Jahrzehnte“, so Dennis Weiß.

Welche Anlageart die richtige ist, hängt auch davon ab, wie hoch die Risikotoleranz des Anlegers ist und wann das Geld benötigt wird. Grundsätzlich sind höhere Renditen an der Börse nur realisierbar, wenn auch größere Risiken eingegangen werden. Doch dank des Zinseszinseffektes kann das Kapital mit den Jahren auch gewaltig anwachsen. Im langjährigen Durchschnitt bietet der Aktienmarkt eine jährliche Rendite von sechs bis acht Prozent. Erzielt das Vermögensportfolio eine jährliche Rendite von nur sechs Prozent, wird in etwa nach zwölf Jahren eine Verdoppelung des Kapitals erreicht; nach 20 Jahren wäre es auf 1,6 Millionen Euro angewachsen und nach 30 Jahren schon knapp 2,9 Millionen Euro erreicht.

Mit dem Wertpapierportfolio zur Altersvorsorge
Mit 500.000 Euro, die investiert werden sollen, sollten Anlegerinnen und Anleger also vor allem langfristig denken. Ein Teil des Kapitals sollte zum Beispiel der Sicherung der Altersvorsorge dienen. Denn Fakt ist: Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, wird sich im Alter erheblich einschränken müssen. Der Aufbau einer privaten Altersvorsorge ist daher dringend zu empfehlen. Und wer schon früh in die Altersvorsorge investiert, minimiert nicht nur seinen Kapitaleinsatz, sondern profitiert auch umso stärker vom Zinseszinseffekt. Außerdem vermeidet man so größere Anstrengungen in späteren Jahren, um den Ruhestand finanziell abzusichern.
Ein guter Weg, ein ansehnliches Vermögen und ein Finanzpolster für das Alter aufzubauen, sind Wertpapierinvestments an der Börse. Das können etwa Aktien, Anleihen (Rentenpapiere), Rohstoffe wie Gold oder auch alternative Anlagen wie etwa Private Equity sein. Auch hierbei ist ein langer Anlagehorizont vorteilhaft, weil sich die Börsen selbst nach längeren Verlustphasen – das zeigt ein Blick in die Vergangenheit – immer wieder erholen und vorübergehende Verluste ausgleichen. „Über einen langen Zeitraum können Anlegerinnen und Anleger größere Risiken eingehen und zum Beispiel einen höheren Anteil in Wachstumsaktien investieren. Erst einige Jahre vor der Kapitalentnahme sollte dann zugunsten konservativerer Anlagen wie Anleihen oder Rentenfonds umgeschichtet werden. Diese Papiere erzielen zwar in der Regel weniger Rendite, bieten dafür aber umso mehr Sicherheit“, erklärt Berater Weiß von der LAUREUS AG.

Wer seine halbe Million Euro oder einen Teil davon an der Börse investieren will, sollte – um Verlustrisiken zu minimieren – seine einzelnen Investments immer breit über Branchen, Länder und Währungsräume streuen. Die Investments werden dabei je nach Anlageziel, Risikobereitschaft und persönlichen Präferenzen auf die verschiedenen Anlageklassen aufgeteilt. Wer Bauchschmerzen von den Kursschwankungen am Aktienmarkt bekommt, sollte zum Beispiel eher sichere Anleihen oder festverzinste Anlagen höher gewichten. Auch ethische Grundsätze oder der Wunsch, nachhaltig und umweltfreundlich zu investieren, spielen eine Rolle, weil dann zum Bespiel Aktien von Rüstungskonzernen, Tabakherstellern oder Ölproduzenten nicht in Frage kommen.

Auch Fondsgebundene Rentenversicherungen sind Anlagevehikel, die als Investment an der Börse in Betracht kommen sollten. Diese punkten im Vergleich zur klassischen Fondsanlage, einem Investment in verschiedene Einzelwertpapiere oder einer Vermögensverwaltung mit steuerlichen Vorteilen und einer lebenslangen Rente, die auch dann noch weiter gezahlt wird, wenn ein Depotguthaben bereits aufgezehrt wäre.

Die eigene Immobilie schützt vor steigenden Wohnkosten
„Wenn es um die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau geht, spielen auch Immobilien eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nicht von ungefähr steht daher auch ein selbstgenutztes Eigenheim bei vielen Menschen ganz oben auf dem Wunschzettel“, meint Experte Weiß. Von Vorteil ist, dass sich nicht nur die Wohnqualität unmittelbar verbessert, sondern auch die Miete entfällt. Das schafft finanzielle Spielräume, die wiederum für den weiteren Vermögensaufbau zur Verfügung stehen und die Einkommenssituation im Alter verbessern können. Eine vermietete Immobilie beschert dem Investor hingegen eine laufende Rendite, die allerdings durch laufende Kosten für Hausverwaltung und Instandhaltung geschmälert wird.

Sofern die Lage stimmte, wurde eine Immobilie im Laufe der Jahre in der Regel immer wertvoller oder behielt zumindest inflationsbereinigt ihren Wert. Um von der Wertsteigerung zu profitieren, muss die Immobilie allerdings verkauft werden, was wiederum mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Daher ist eine Immobilie in den meisten Fällen eine Entscheidung fürs Leben und für einen Standort. Für Reparaturen, Modernisierung, Gartenpflege, Grundsteuer und mehr müssen zudem Rücklagen gebildet werden. Das muss bei der Vermögensplanung berücksichtigt werden.

Fazit
„Der größte Vorteil einer Anlegerin oder eines Anlegers mit Anfang 30 ist der lange Anlagehorizont. Entscheidend für den Anlageerfolg ist zudem das Festhalten an der erarbeiteten Anlagestrategie, die zu den persönlichen Zielen ebenso passen muss, wie zur Familiensituation, die sich im Zeitverlauf ändern kann“, betont Dennis Weiß. Da über die Jahre eine stattliche Summe zusammenkommen kann, ist auch eine frühzeitige Vermögensnachfolgeplanung wichtig. Niemand denkt gern an den Ernstfall, doch gerade in jungen Jahren, sorgen ein Testament und Vollmachten dafür, dass im Zweifel alles geordnet bleibt und keine unnötigen Steuern gezahlt werden müssen.

Auf jeden Fall sollte das Vermögensportfolio auf verschiedenen Säulen errichtet werden, regelmäßig auf den Prüfstand und gegebenenfalls neu ausbalanciert werden. Ein Unterfangen, das womöglich einfach klingt, aber alles andere als trivial ist. Wer sich unsicher ist, sollte sich daher besser professionell beraten lassen.

NOVEMBER 2025

Teil 3 - Plötzlich reich mit 40

Mit 40 Jahren wurden wichtige finanzielle Weichen rund um das Eigenheim oder die Altersvorsorge häufig schon gestellt. Ein unverhoffter Geldsegen von beispielsweise einer halben Million Euro bietet allerdings die einmalige Chance, die verbleibende Strecke zu den finanziellen Zielen nicht nur schneller, sondern auch mit deutlich mehr Sicherheit zurückzulegen. Wie das Risikoprofil neu justiert, Schulden klug getilgt und das freie Kapital in ein stabiles Fundament für die finanzielle Zukunft verwandelt werden kann, erfahren Sie im dritten Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 3 der Serie „Plötzlich reich“

Sicherheit und Rendite: Das ermöglichen 500.000 Euro in der Lebensmitte

Düsseldorf, 12. November 2025 – Mit 40 Jahren befinden sich viele Menschen in einer Übergangsphase. Der lange Anlagehorizont der frühen Berufsjahre, der auch Aktieninvestitionen mit höherem Rendite-Risiko-Verhältnis erlaubte, wird zusehends kürzer, eventuell läuft bereits eine Eigenheimfinanzierung, Alters- und Risikovorsorge bewegen sich inzwischen in festen Bahnen. Gleichzeitig ist das Rentenalter noch zu weit entfernt, um nur auf Sicherheit zu setzen. Passend zum Risikoprofil muss daher eine ausgewogene Balance zwischen Kapitalerhalt und attraktiver Rendite gefunden werden.

Risikoprofil definieren: Wachstum versus Kapitalschutz
Wer in der glücklichen Situation ist, einen unerwarteten Geldsegen von beispielsweise 500.000 Euro zu erhalten, sollte diese Summe möglichst rentabel, aber breit gestreut über verschiedene Vermögensklassen investieren. „Ein vernünftiger Ansatz könnte eine modifizierte 60/40-Regel sein: etwa 60 Prozent in chancenorientierten Investments wie Aktien, Aktienfonds oder Rohstofffonds und 30 Prozent in vergleichsweise sicherere Instrumente wie Unternehmens- oder Staatsanleihen sowie zehn Prozent Liquidität auf Tages- oder Festgeldkonten oder in Geldmarktfonds“, rät Florian Jansen, Berater von der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. „Wer hingegen ein etwas größeres Sicherheitsbedürfnis hat, kann den Aktienanteil reduzieren und im Gegenzug den Anleiheanteil erhöhen.“ Die Anleihen oder Anleihefonds sollen das Depot stabilisieren und unabhängiger von der Entwicklung am Aktienmarkt machen, Tagesgeld und Geldmarktfonds fungieren als liquide Reserve für besondere Umstände oder günstige Einstiegsgelegenheiten.

Die breit gestreuten Aktieninvestments, verbunden mit einem langfristigen Anlagehorizont, ermöglichen eine attraktive Rendite oberhalb der Inflationsrate und sollten das Vermögen mit Zinseszins wachsen lassen. Als Anlageinstrument bieten sich dabei in bewegten Marktphasen vor allem aktiv gemanagte Aktienfonds an. Passiv gemanagte Fonds, sogenannte ETFs, sind zwar aufgrund ihrer niedrigen Gebühren attraktiv, bilden aber nur Marktindizes ab und bewegen sich daher immer mit dem Gesamtmarkt. Ein aktives Fondsmanagement kann hingegen bei drohenden Marktverwerfungen aufgrund politischer oder wirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig gegensteuern, aufgelaufene Gewinne sichern und Verluste begrenzen.

Langfristig optimierter Vermögenszuwachs
Sofern die Investments über viele verschiedene Branchen, Länder und Währungen verteilt sind, sollte das frisch gewonnene Vermögen im Idealfall langfristig weiterwachsen und auch Verlustphasen an den Börsen gut überstehen. Dabei sollte das Verhältnis der verschiedenen Assetklassen regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, geprüft und bei Bedarf neu ausbalanciert werden, damit sich keine Ungleichgewichte durch Kursbewegungen bilden, die die Anlagestrategie verwässern. „Bei einer Anlagedauer von mehr als zehn Jahren sind Anlegerinnen und Anleger so gut für vorübergehende Börsenrückschläge gerüstet“, weiß Florian Jansen.

Erst Schulden tilgen, dann investieren
Bevor das neue Kapital investiert wird, sollte aber zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme der Schulden erfolgen. Teure Konsumenten- oder Dispokredite sollten unverzüglich und vollständig getilgt werden. Eine Tilgung dieser Kredite ist oft rentabler als eine Geldanlage in gleicher Höhe.

Bei langfristigen Hypothekendarlehen für das Eigenheim ist die Entscheidung komplexer. Derzeit sind die Bauzinsen oft niedriger als die potenziellen Renditen am Kapitalmarkt. Dennoch kann eine Sondertilgung neue Spielräume und Planungssicherheit schaffen. Der entscheidende Vorteil: Durch die vorzeitige Tilgung entfallen monatliche Kreditraten, die fest eingeplant waren. Diese nun freiwerdenden Mittel schaffen Spielräume, die Anlegerinnen und Anleger nutzen können, um die Ziele bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge deutlich schneller zu erreichen. Beispielsweise sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

Vorsorgesparen forcieren und Ansparpläne automatisieren: Mit den frei gewordenen Raten können Investierende die Sparbeiträge, z.B. für ihre Altersvorsorge erhöhen. „Mit einem breit diversifizierten, ausgewogenen Wertpapierdepot oder Wertpapiersparplänen und dem verbliebenen langen Anlagehorizont bis zum Ruhestand sind dabei attraktive Renditen bei zugleich tragbarem Risiko möglich“, erklärt Florian Jansen. Auch das Sparen in Versicherungsprodukte ist sinnvoll. Diese können mit mehr Sicherheiten und Garantien ausgestattet werden und sichern im Alter eine lebenslange Rente. Die im direkten Vergleich in der Regel etwas höheren Kosten, können sich durch die lange Laufzeit, steuerlichen Vorteilen und den somit höheren Zinseszinseffekt durchaus rechnen.

Liquiditätsreserve aufstocken: Ist trotz des unerwarteten Kapitals die Liquiditätsreserve noch nicht hoch genug, sollte diese aufgestockt werden. Die neu freigewordenen monatlichen Mittel sollten in diesem Fall also auch in Tagesgeld oder Geldmarktfonds fließen, um weiterhin den Puffer für unvorhergesehene Ausgaben anzusparen.

Das stabile Fundament für die Zukunft
500.000 Euro in der Lebensmitte sollten als finanzieller Beschleuniger und Sicherheitsanker dienen. Die Strategie ist nicht mehr die Maximierung des Wachstums um jeden Preis, sondern die Absicherung des Lebensstandards und die Erreichung der finanziellen Ziele. „Durch die kluge Kombination aus sorgfältig abgewogener Schuldentilgung, dem Aufbau einer ausgewogenen Anlagestruktur in verschiedene Anlageformen wie Wertpapiere, Versicherungen und Sachwerten sowie der Reinvestition der frei gewordenen monatlichen Mittel wird im Idealfall ein stabiles Fundament erreicht, das neue Möglichkeiten in der zweiten Lebenshälfte schafft“, so Experte Jansen.
Serie: Bereits veröffentlichte Beiträge der Serie „Plötzlich reich“

Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten

JANUAR 2026

Teil 4 - Plötzlich reich mit 50

Ein unerwartetes Vermögen von beispielsweise 500.000 Euro im Alter von 50 Jahren kann den Weg in den Ruhestand erheblich erleichtern und finanzielle Lücken im Alter schließen. Im Fokus sollten nun stabile Erträge und finanzielle Sicherheit stehen. Das Geld kann aber auch völlig neue Möglichkeiten schaffen. Wie Anleger sicher und rentabel investieren und das Kapital für folgende Generationen erhalten, erfahren Sie im vierten Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 4 der Serie „Plötzlich reich“

Wohlstand sichern und Raum für Wagnisse schaffen

Düsseldorf, 06. Januar 2026 – Ein unverhoffter Geldsegen kann in der Lebensmitte wie ein Frühstart in eine sichere finanzielle Zukunft wirken. Im Alter von rund 50 Jahren, wenn der Ruhestand langsam in greifbare Nähe rückt, bieten 500.000 Euro die Chance, finanzielle Sicherheit für das Alter oder die Angehörigen zu schaffen. Das viele Geld kann aber auch einen beruflichen und privaten Neuanfang bedeuten. So oder so, jetzt ist nicht die Zeit für waghalsige Spekulationen, sondern für Besonnenheit, Sicherheit und eine klare Struktur. Anleger sollten daher fünf Punkten besondere Beachtung schenken.

Liquidität und Status quo
„Das plötzlich verfügbare Zusatzvermögen auf einem normalen Girokonto liegen zu lassen, wäre ebenso unsinnig, wie es in die erstbeste Geldanlageform zu gießen oder es für kurzlebigen Luxus zu verjubeln. Derlei Schnellschüsse werden später oftmals bereut“, weiß Dirk Waltereit, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Daher sollte der gesamte Betrag zunächst auf einem sicheren, gut verzinsten Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds geparkt werden. So bleibt Zeit für eine gründliche Analyse der Vermögenssituation, ohne unnötig Rendite zu verschenken.

Zu einem finanziellen Check-up gehört die Klärung der folgenden Fragen:

  • Wie hoch sind die laufenden Einnahmen und Ausgaben?
  • Welches Niveau der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge ist bereits erreicht? Wie lautet die Prognose für die Zeit des Renteneintritts? In die Berechnung sollten Rentenansprüche, Depotwerte, Versicherungen und Immobilien einbezogen werden.
  • Ist die Risikovorsorge ausreichend, etwa zum Schutz vor Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod?
  • Welche Verbindlichkeiten bestehen und wie hoch sind die Kreditkosten? Können zum Beispiel teure Konsumentenkredite vorzeitig getilgt werden? Gemeinhin gilt die Rückzahlung hoch verzinster Kredite als renditestärkste Geldanlage.
  • Ist eine ausreichend hohe Liquiditätsreserve vorhanden? Eine sofort verfügbare Notfallreserve sollte drei bis sechs Monatsausgaben betragen.

Kapitalerhalt und stabile Erträge in den Fokus
Mit 50 Jahren verschiebt sich der Fokus vom reinen Kapitalwachstum zur Kapitalsicherung und dem Aufbau eines stetigen Cashflows. Mit den hinzugewonnen 500.000 Euro sollte das Vermögensportfolio konservativer ausgerichtet werden, als es vielleicht ein 20-jähriger Anleger tun würde, der das Kapital noch länger für sich arbeiten lassen möchte.

„Anleger sollten daher neben der schnell verfügbaren Liquiditätsreserve einen Teil des Geldes möglichst sicher mit kurzen Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren anlegen“, erklärt Dirk Waltereit. Hierfür bieten sich etwa attraktiv verzinste Festgeldkonten sowie Staats- und Unternehmensanleihen mit einem erstklassigen Bonitätsrating („Investment Grade“) an. Wer in einer sogenannten Anleihenleiter investiert, ist besonders flexibel: Das Kapital wird dabei in Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anleihen investiert, sodass alle zwölf Monate Kapital frei wird. Dadurch kann regelmäßig entsprechend der dann gültigen Zinsbedingungen reinvestiert werden. Zinssprünge und Marktverwerfungen am Rentenmarkt verlieren damit ihren Schrecken.

Qualitätsaktien und globale Diversifikation für die Rendite
Der Aktienmarkt sollte aber weiterhin eine Rolle spielen, allerdings mit einem Fokus auf Qualität. „Für mehr Sicherheit in diesem Teil des Portfolios empfehlen sich insbesondere Aktien von Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen, stabilen Cashflows, geringer Verschuldung und einer langen Historie stetiger Dividendenzahlungen. Der Anteil an Wachstumsaktien im Portfolio sollte hingegen eher gedrosselt werden, da diese mit stärkeren Kursschwankungen einhergehen“, meint Berater Dirk Waltereit.

Unternehmen mit attraktiven Ausschüttungen sollten in den Vordergrund rücken. Sogenannte Dividenden-Aristokraten zeichnen sich zum Beispiel dadurch aus, dass die Unternehmen 25 Jahre in Folge ihre Dividendenzahlungen erhöht haben. Das ist zwar keine Garantie für Dividendenzahlungen in der Zukunft, spricht aber sehr für den hohen Stellenwert der Aktionäre in der Unternehmensführung. Wer Investments in einzelne Aktien scheut, kann auch auf spezialisierte und aktiv gemanagte Dividendenfonds setzen.

Beimischungen für geringere Risiken und verbesserten Inflationsschutz
Ergänzend können Anleger einen Teil des frischen Kapitals dazu nutzen, ihr Portfolio noch breiter zu diversifizieren, um die Verlustrisiken zu senken. Beispielsweise können sie mit Hilfe von Immobilienfonds oder börsengehandeltem Gold auf Asset-Klassen setzen, die sich weitestgehend unabhängig vom Aktien- und Anleihemarkt entwickeln. Dadurch erhöht sich die Stabilität im Wertpapierdepot und der Inflationsschutz wird verbessert.

„Wie das Wertpapierdepot genau strukturiert sein sollte, wird von zahlreichen Parametern bestimmt, wobei vor allem die persönliche Risikobereitschaft, die individuellen Ziele und Renditeerwartungen entscheidend sind“, so Dirk Waltereit. Ein sicherheitsorientiertes und dennoch Renditechancen nutzendes Vermögensportfolio für eine 50-jährige Person könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:
  • 30 bis 40 Prozent in sichere und schnell verfügbar Anlageformen wie Tagesgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufende Anleihen
  • 40 bis 50 Prozent in global diversifizierte Qualitäts- und Dividendenaktien oder entsprechende Investmentfonds
  • 10 bis 20 Prozent in alternativen Anlagen wie Immobilienfonds und Gold

Die strategische Weichenstellung für eine Vermögensübertragung oder einen Neubeginn
Mit 500.000 Euro in der zweiten Lebenshälfte ist es auch ratsam darüber nachzudenken, was mit dem Vermögen nach dem eigenen Tod geschehen soll. Wer sich rechtzeitig um ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag kümmert, schafft Klarheit und beugt einem Streit unter Erben vor. Eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können zudem regeln, wer die finanziellen Wünsche des Vermögenden umsetzt, sollte dieser selbst nicht mehr dazu in der Lage sein. „Wer sein Vermögen weitergeben möchte, sollte auch Schenkungen zu Lebzeiten in Betracht ziehen, da sich die teils hohen Steuerfreibeträge für Begünstigte alle zehn Jahre erneuern. Das kann die Steuerlast deutlich senken“, empfiehlt Experte Waltereit.

Die Alternative: Der Neustart mit 50
Wem es weniger darum geht, die Altersvorsorge zu komplettieren oder ein Vermögen für die Hinterbliebenen aufzubauen, kann das plötzlich verfügbare Kapital auch für einen Neuanfang nutzen. Eine halbe Million Euro kann dann die Eintrittskarte für einen zweiten Lebensentwurf bedeuten.

Mit 500.000 Euro als Startkapital für ein Herzensprojekt ist vieles möglich. Jetzt bietet sich etwa die Gelegenheit, um beruflich kürzer zu treten oder in einen weniger lukrativen, dafür aber erfüllenderen Job zu wechseln. Das Geld könnte aber auch die Chance bieten, eine kleine Firma zu übernehmen oder neu zu gründen. Wichtig ist in jedem Fall das Setzen realistischer Grenzen. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Festlegung eines Höchstbetrages, der maximal in das Vorhaben fließen darf. „Eine auskömmliche Altersvorsorge sollte in jedem Fall gewährleistet bleiben“, sagt Dirk Waltereit.

Mehr Sicherheit, mehr Freiheit
500.000 Euro in der Lebensmitte sind ein mächtiges Werkzeug, das mit kühlem Kopf genutzt werden muss. Egal, ob der Begünstigte den konservativen Weg der Altersvorsorge wählt oder einen Neustart wagt: Wohlüberlegte Entscheidungen und Strategie sind erforderlich, um die persönlichen Ziele zu erreichen.

Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten
Teil 3: Sicherheit und Rendite in der Lebensmitte